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Maximilian Luitpold (1901–1914): Erbprinz von Bayern

Maximilian Luitpold, mit vollem Namen Luitpold Maximilian Ludwig Karl von Bayern, war der Erbprinz von Bayern und der älteste Sohn von Kronprinz Rupprecht von Bayern und Herzogin Marie Gabriele in Bayern, geboren am 8. Mai 1901 in Bamberg. Er starb am 27. August 1914 in München an Poliomyelitis, im Alter von 13 Jahren, wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Sein einziges bekanntes Porträt, aufgenommen vom bayerischen Hofphotographen Franz Grainer, befindet sich heute in der National Portrait Gallery in London (Inventarnummer NPG x136703).

Kurzprofil: Maximilian Luitpold von Bayern

Vollständiger NameLuitpold Maximilian Ludwig Karl von Bayern
TitelErbprinz von Bayern
Geboren8. Mai 1901, Bamberg, Königreich Bayern
Gestorben27. August 1914, München, Königreich Bayern
TodesursachePoliomyelitis (Kinderlähmung)
Alter beim Tod13 Jahre
VaterKronprinz Rupprecht von Bayern (1869–1955)
MutterHerzogin Marie Gabriele in Bayern (1878–1912)
Dynastisches HausWittelsbach
Bekanntes PorträtNational Portrait Gallery London, NPG x136703

Herkunft und dynastische Stellung

Maximilian Luitpold stammte aus dem Haus Wittelsbach, das Bayern seit dem 12. Jahrhundert regiert hatte. Sein Urgroßvater war Prinzregent Luitpold (1821–1912), der Bayern von 1886 bis 1912 als Regent geführt hatte, nachdem König Ludwig II. für regierungsunfähig erklärt worden und unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben gekommen war. Diese 26-jährige Regentschaft gilt in der bayerischen Geschichtsschreibung als Blütezeit: München entwickelte sich zu einem der führenden Kulturzentren Europas, und Thomas Mann beschrieb diese Ära 1902 mit dem Satz: „München leuchtete.“

Im November 1913 bestieg Rupprechts Vater Ludwig den Thron als Ludwig III. Damit rückte Rupprecht offiziell in die Stellung des Kronprinzen von Bayern, und Maximilian Luitpold wurde zum Erbprinzen, dem nächsten in der Thronfolge nach seinem Vater.

Geschwister und frühe Verluste

Maximilian Luitpold war das älteste von fünf Kindern seiner Eltern. Keines seiner Geschwister, mit Ausnahme von Prinz Albrecht, überlebte das frühe Kindesalter.

Geschwister von Maximilian Luitpold

NameGeborenGestorbenTodesursache
Prinzessin Irmingard21. September 190221. April 1903Diphtherie, 7 Monate
Prinz Albrecht3. Mai 19058. Juli 1996Einziger Überlebender; später Oberhaupt des Hauses Wittelsbach
Totgeborene Tochter6. Dezember 19066. Dezember 1906Totgeburt
Prinz Rudolf30. Mai 190926. Juni 1912Diabetes, 3 Jahre

Vier Monate nach Rudolfs Tod starb auch Herzogin Marie Gabriele in Bayern, die Mutter, an Nierenversagen. Sie war 34 Jahre alt. Beigesetzt wurde sie in der Theatinerkirche in München, gemeinsam mit ihren verstorbenen Kindern. Als Maximilian Luitpold 1912 elf Jahre alt war, hatte er drei Geschwister und seine Mutter verloren.

Im Dezember 1912 photographierte der bayerische Hofphotograph Franz Grainer das einzige bekannte Porträt von Maximilian Luitpold. Es wurde am 21. Dezember 1912 veröffentlicht und befindet sich heute in der Sammlung der National Portrait Gallery in London.

Der Sommer 1914: Krieg und Tod des Erbprinzen Maximilian Luitpold

Am 2. August 1914 übernahm Kronprinz Rupprecht das Kommando über die deutsche 6. Armee in Lothringen. Die darauffolgende Schlacht von Lothringen dauerte vom 14. bis zum 25. August 1914. Wenige Tage nach dieser ersten großen Westfront-Offensive starb Maximilian Luitpold am 27. August 1914 in München an Poliomyelitis. Rupprecht erfuhr vom Tod seines Sohnes, während er an der Front kommandierte.

Zeitleiste: Maximilian Luitpold und das Haus Wittelsbach

Chronologie: Von der Geburt bis zum Ende des Königreichs Bayern

JahrEreignisDetails
Mai 1901Geburt in BambergLuitpold Maximilian Ludwig Karl von Bayern wird als erstes Kind von Kronprinz Rupprecht und Herzogin Marie Gabriele geboren.
1902–1906Tod zweier GeschwisterPrinzessin Irmingard stirbt 1903 an Diphtherie. Eine weitere Tochter wird am 6. Dezember 1906 tot geboren.
Juni 1912Tod von Bruder RudolfPrinz Rudolf stirbt am 26. Juni 1912 im Alter von drei Jahren an Diabetes.
Oktober 1912Tod der MutterHerzogin Marie Gabriele stirbt vier Monate nach Rudolf an Nierenversagen, 34-jährig. Beisetzung in der Theatinerkirche, München.
Dezember 1912Einziges bekanntes PorträtHofphotograph Franz Grainer fertigt das Bildnis. Es erscheint am 21. Dezember 1912, heute in der National Portrait Gallery London (NPG x136703).
November 1913Rupprecht wird KronprinzLudwig III. besteigt den Thron. Rupprecht ist nun offizieller Kronprinz; Maximilian Luitpold rückt zum Erbprinzen auf.
August 1914Tod von Maximilian LuitpoldAm 2. August übernimmt Rupprecht das Kommando über die 6. Armee. Am 27. August stirbt Maximilian Luitpold in München an Poliomyelitis. Er wird 13 Jahre alt.
November 1918Ende des Königreichs BayernIm Zuge der Novemberrevolution endet nach 738 Jahren die Herrschaft der Wittelsbacher. Bayern wird Freistaat.

Was nach dem Tod des Erbprinzen geschah

Mit dem Tod von Maximilian Luitpold fiel die Thronfolge auf seinen jüngeren Bruder Albrecht. Rupprecht heiratete 1921 in zweiter Ehe Prinzessin Antonia von Luxemburg und hatte mit ihr sechs Kinder. Er starb 1955 als nominelles Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, ohne jemals den Thron bestiegen zu haben. Das Königreich Bayern, das Maximilian Luitpold als Erbprinz erben sollte, endete 1918 mit der Ausrufung des Freistaats Bayern und der Abdankung Ludwigs III.

Häufige Fragen zu Maximilian Luitpold

  • Gibt es Nachkommen von Maximilian Luitpold?

Nein. Maximilian Luitpold starb im Alter von 13 Jahren, ohne Kinder zu hinterlassen. Die Linie des Hauses Wittelsbach führt über seinen Bruder Albrecht, Herzog von Bayern, weiter.

  • Wo wurde Maximilian Luitpold beigesetzt?

Die historischen Quellen nennen seinen Sterbeort als München, geben aber keinen spezifischen Bestattungsort an. Mitglieder des Hauses Wittelsbach wurden traditionell in der Theatinerkirche in München beigesetzt, wo auch seine Mutter Marie Gabriele und sein Bruder Rudolf ruhen.

  • Existiert das Haus Wittelsbach heute noch?

Ja. Das Haus Wittelsbach besteht als Adelsfamilie bis heute. Seit 1996 ist Herzog Franz von Bayern das aktuelle Oberhaupt der Familie. Das Königreich Bayern existiert seit 1918 nicht mehr, doch die Familie ist weiterhin aktiv, unter anderem durch kulturelle Institutionen wie das Haus der bayerischen Geschichte.

  • Was wurde aus Kronprinz Rupprecht nach dem Ersten Weltkrieg?

Rupprecht lebte nach dem Krieg im Exil, unter anderem in Italien und Bayern. Er widersetzte sich dem nationalsozialistischen Regime, und seine Familie wurde 1939 zeitweise verhaftet. Er starb am 2. August 1955 in Starnberg und hinterließ zehn Kinder aus beiden Ehen.

  • War Maximilian Luitpold das einzige Kind von Rupprecht, das an Krankheit starb?

Aus seiner ersten Ehe mit Herzogin Marie Gabriele verlor Rupprecht neben Maximilian Luitpold (Polio, 1914) auch Prinzessin Irmingard (Diphtherie, 1903), eine totgeborene Tochter (1906) und Prinz Rudolf (Diabetes, 1912). Von fünf Kindern aus erster Ehe überlebte nur Prinz Albrecht.

Maximilian Luitpold starb am 27. August 1914 in München, 13 Jahre alt, Erbprinz eines Königreichs, das selbst vier Jahre später aufhörte zu existieren. Er hatte drei Geschwister und seine Mutter verloren, bevor er zwölf wurde. Sein Vater erfuhr von seinem Tod an der Westfront. Das einzige erhaltene Bild von ihm hängt in London. In Bayern ist sein Name kaum bekannt.


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David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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