Auf der Wikipedia-Seite ihrer Tochter taucht ihr Name in einem einzigen Satz auf, irgendwo in der Mitte zwischen Trainernamen und Wettkampfergebnissen: Die Mutter sei gebürtige Norwegerin und arbeite im Gastgewerbe. Weiter geht es nicht. Kein Foto, kein weiterer Hinweis.
Trotzdem sang Miriam Gössner bei der Olympia-Siegerehrung 2010 in Vancouver die norwegische Nationalhymne mit, fehlerfrei und aus vollem Hals, während die drei deutschen Frauen neben ihr schwiegen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief: Siv Gössner
| Herkunft | Molde, Norwegen (Provinz Møre og Romsdal) |
| Wohnort | Garmisch-Partenkirchen, Bayern (zuletzt bekannt) |
| Beruf | Gastgewerbe |
| Ehemann | Joachim Gössner, Bergführer und Skilehrer |
| Töchter | Miriam Neureuther (geb. 21. Juni 1990), Christina Gössner |
| Bekannt als | Mutter der Biathletin und Olympiamedaillengewinnerin Miriam Neureuther |
| Staatsbürgerschaft | Norwegisch |
Woher stammt Siv Gössner?
Siv Gössner stammt aus Molde, einer Hafenstadt an der Westküste Norwegens, direkt am Romsdalsfjord gelegen. Die Stadt liegt in der Provinz Møre og Romsdal und trägt den Beinamen „Stadt der Rosen“, weil das Klima durch den Golfstrom ungewöhnlich mild ist für diese Breite. Um Molde erheben sich 222 Berggipfel. Skiloipen beginnen direkt hinter den letzten Häusern, der Fjord liegt vor der Stadt.
Wann genau sie nach Bayern zog, ist öffentlich nicht bekannt. Sie heiratete Joachim Gössner, einen Bergführer und Skilehrer in Garmisch-Partenkirchen, und baute dort mit ihm eine Familie auf. Siv und Joachim haben zwei Töchter: Miriam, geboren am 21. Juni 1990, und Christina, die jüngere der beiden, die bis 2012 im alpinen Skisport im Kader des Bayerischen Skiverbands aktiv war. In diesem Zuhause in den bayerischen Alpen wurde Norwegisch gesprochen. Die Verbindung nach Molde riss dabei nie ab.
Was Siv Gössner ihrer Tochter mitgegeben hat
Miriam Gössner wuchs in Garmisch-Partenkirchen auf, zwischen Bergführer-Vater und norwegischer Mutter. Sie lernte Skifahren, wie die meisten Kinder dort. Aber sie lernte auch Norwegisch, weil Siv darauf bestand, dass die Sprache zu Hause gesprochen wird.
In einem Interview mit SPOX aus dem Jahr 2009 beschrieb Miriam das selbst:
„Meine Mutter ist Norwegerin. Ich bin halb Norwegerin, halb Deutsche. Ich habe beide Staatsbürgerschaften und bin auch zweisprachig aufgewachsen. Meine ganze Familie ist dort, ich habe einen sehr engen Bezug.“
Miriam reiste als Kind regelmäßig nach Molde zur Familie ihrer Mutter und verbrachte Sommer bei den Großeltern in einer Blockhütte nahe Vinstra, nördlich von Lillehammer.
Die Biathlon-Karriere ihrer Tochter hat Siv Gössner nicht gemacht. Den Weg zum Biathlon wies eine Zahnarzthelferin in Garmisch, nachdem Miriam mit 14 Jahren beim Slalom am Gudiberg schwer gestürzt war, sich mehrere Zähne ausschlug und das Jochbein brach. Den ersten Weltcupsieg ermöglichte Bundestrainer Bernhard Kröll.
Was Siv gegeben hat, ist etwas anderes: eine Sprache, eine zweite Staatsbürgerschaft und eine Verbindung zu einem Land, die sich durch Miriams gesamte Karriere und ihr heutiges Leben zieht.
Vancouver 2010: Die norwegische Hymne auf deutschem Podest
Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver gewann Miriam Gössner mit der deutschen Skilanglauf-Staffel die Silbermedaille. Auf dem Podest hörten die drei deutschen Athletinnen der Hymne zu. Miriam sang die norwegische Nationalhymne mit, fehlerfrei, weil sie sie seit der Kindheit kannte.
Auch ihr sportliches Vorbild kam aus Norwegen: die Biathlon-Ikone Liv Grete Poirée. Für Miriam war Norwegen kein fremdes Wettkampfland. Es war der Teil von ihr, den ihre Mutter mitgebracht hatte.
Miriams Karriere: Von Garmisch bis zum Weltcuppodest
Miriam Gössner gehörte zu den schnellsten Langläuferinnen ihrer Generation im Biathlon-Weltcup. Ihre wichtigsten sportlichen Erfolge:
- Olympische Silbermedaille bei den Winterspielen 2010 in Vancouver (Skilanglauf, 4×5 km Staffel)
- Biathlon-Weltmeisterin 2011 in Chanty-Mansijsk (Staffel)
- Biathlon-Weltmeisterin 2012 in Ruhpolding (Staffel)
- Sieben Weltcupsiege insgesamt, davon drei im Einzel
- Zweifache Junioren-Weltmeisterin 2008 und 2009
Ihre Laufstärke war regelmäßig besser als die der Konkurrenz. Das Schießen blieb über weite Teile ihrer Karriere ihre Schwachstelle.
Im Mai 2013 verunglückte Miriam bei einem Radunfall nahe Vinstra in Norwegen, in der Gegend, in der die Großeltern ihrer Mutter lebten und wo sie selbst als Kind Sommer verbracht hatte. Sie brach sich vier Lendenwirbel und zog sich eine Bandscheibenverletzung zu. Die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi musste sie absagen. Ihre Karriere erholte sich danach nicht mehr vollständig. 2019 beendete sie den Leistungssport offiziell.
Nach der aktiven Zeit wurde sie als Moderatorin und Filmemacherin tätig. 2023 produzierte sie gemeinsam mit der Kunstturnerin Kim Bui die ARD-Dokumentation „Hungern für Gold“ über Essstörungen im Leistungssport, in der sie auch eigene Erfahrungen mit dem Gewichtsdruck im Spitzensport schilderte.
Sie ist seit Dezember 2017 mit dem ehemaligen Skirennläufer Felix Neureuther verheiratet und hat drei Kinder: Matilda (geb. Oktober 2017), Leo (geb. Februar 2020) und Lotta (geb. April 2022).
Herbst 2023: Warum Norwegen für Miriam nie endete
Im Oktober 2023 sprach Miriam Neureuther im OMR-Podcast „Spotlight“ darüber, dass sie mit ihren Kindern für eine begrenzte Zeit nach Norwegen ziehen wolle, damit sie die Sprache lernen. Die Boulevardmedien deuteten das als Eheprobleme. Felix Neureuther korrigierte das öffentlich.
Was Miriam tatsächlich meinte, schrieb sie danach auf Instagram. T-online zitierte diesen Post im Oktober 2023:
„Es war ein riesiges Geschenk, dass meine Eltern mir zwei Sprachen haben mit auf meinen Lebensweg geben können.“
Dasselbe wolle sie für ihre drei Kinder. Finanziell sei es möglich, sagte sie im Podcast. Aber Matilda sei gerade eingeschult worden, Felix habe zu viele Verpflichtungen. Der Plan blieb bislang unerfüllt.
Siv Gössner hatte das vor über dreißig Jahren nicht organisiert. Sie hatte Molde einfach mitgebracht.
Miriam merkt jetzt, als Mutter selbst, wie schwer das weiterzugeben ist, wenn die eigene Herkunft nicht mehr automatisch die Verbindung herstellt.
Was über Siv Gössner bekannt ist und was nicht
Siv Gössner hat sich öffentlich nie geäußert. Weder zu ihrer Rolle als Mutter einer bekannten Sportlerin noch zu irgendetwas sonst. Was über sie bekannt ist, stammt aus dem, was Miriam über die Jahre in Interviews und auf Social Media gesagt hat, und aus dem einen Satz in Miriams Wikipedia-Artikel.
Gesicherte Fakten:
- Gebürtige Norwegerin aus Molde, Provinz Møre og Romsdal
- Verheiratet mit Joachim Gössner, Bergführer und Skilehrer
- Wohnhaft in Garmisch-Partenkirchen (zuletzt bekannt)
- War im Gastgewerbe tätig
- Töchter: Miriam (geb. 1990) und Christina
Öffentlich nicht bekannt:
- Geburtsjahr oder Alter
- Aktueller Wohnort
- Genaue Tätigkeit im Gastgewerbe
- Wie und wann sie Joachim Gössner kennengelernt hat
Häufige Fragen zu Siv Gössner
Wer ist Siv Gössner?
Siv Gössner ist die Mutter der ehemaligen Biathletin und Olympiamedaillengewinnerin Miriam Neureuther, die unter dem Mädchennamen Miriam Gössner Karriere machte. Sie stammt aus Molde in Norwegen und lebte mit ihrem Mann Joachim Gössner in Garmisch-Partenkirchen.
Woher kommt Siv Gössner?
Aus Molde, einer Hafenstadt in der norwegischen Provinz Møre og Romsdal an der Westküste Norwegens.
Was hat Siv Gössner beruflich gemacht?
Sie war im Gastgewerbe tätig. Weitere Details zu ihrer beruflichen Tätigkeit sind öffentlich nicht bekannt.
Warum wird Siv Gössner mit Miriam Neureuther in Verbindung gebracht?
Siv Gössner ist Miriams Mutter. Ihre norwegische Herkunft prägte Miriams zweisprachige Erziehung, ihre doppelte Staatsbürgerschaft und ihre enge Verbindung zu Norwegen. Diese Verbindung zieht sich durch Miriams gesamte Karriere und ihr Leben als Mutter bis heute.
Hat Siv Gössner einen Wikipedia-Eintrag?
Nein. Sie wird ausschließlich im Wikipedia-Artikel ihrer Tochter Miriam Neureuther in einem einzigen Satz erwähnt.
Spricht Miriam Neureuther Norwegisch?
Ja, fließend. Miriam besitzt die deutsche und die norwegische Staatsbürgerschaft. Norwegisch lernte sie von ihrer Mutter Siv, die die Sprache zu Hause in Garmisch-Partenkirchen aktiv gesprochen hat.
Wo lebt Siv Gössner heute?
Das ist öffentlich nicht bekannt. Zuletzt war Garmisch-Partenkirchen als Wohnort der Familie bekannt. Ob sie heute noch dort lebt oder nach Norwegen zurückgekehrt ist, wurde weder von ihr noch von ihrer Tochter Miriam öffentlich mitgeteilt.

