Florian John Buchardt ist der Sohn der Schauspielerin Barbara Schöne. Bekannt wurde er durch eine Nebenrolle im Kinofilm „Knallhart“ und durch ein Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Berlin, das bis heute kaum jemand mit seinem Namen in Verbindung bringt.
„Der Beruf ist nur ein Aspekt in der Lebensgeschichte.“ Diesen Satz sagte Arnd Bödeker, Pressesprecher der Berliner Strafgerichte, als Journalisten fragten, ob die Bekanntheit der Mutter eines Angeklagten das Urteil beeinflusst habe.
Inhaltsverzeichnis
Wer ist Florian John Buchardt?
Sein Name taucht im Netz fast ausschließlich im Zusammenhang mit seinen Eltern auf. Genealogische Quellen und Wikipedia führen ihn unter dem Namen Florian-John Schöne beziehungsweise Florian-John Buchardt. In der zeitgenössischen Presseberichterstattung, etwa im Tagesspiegel, wurde er dagegen durchgängig als Florian Schöne bezeichnet, nach dem Nachnamen seiner Mutter. Beide Namensvarianten meinen dieselbe Person, geboren 1984.
| Angabe | Information |
|---|---|
| Geboren | 1984 |
| Vater | Jonny Buchardt, bürgerlich Herbert Günther Schlichting, Schauspieler und Komiker |
| Mutter | Barbara Schöne, Schauspielerin und Sängerin |
| Bekannt durch | Nebenrolle im Film „Knallhart“ (2006) und ein Verfahren vor dem Landgericht Berlin |
Die Eltern: Barbara Schöne und Jonny Buchardt
Beide Elternteile waren in Deutschland über Jahrzehnte bekannte Gesichter im Fernsehen und auf der Bühne.
Barbara Schöne, geboren am 19. Mai 1947 in Berlin, stand bereits mit sechs Jahren auf der Theaterbühne. Nach der Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule wurde sie durch Fernsehserien wie „Das Traumschiff“ und „Schillerstraße“ bekannt und moderierte Ende der Siebzigerjahre gemeinsam mit Harald Juhnke die ZDF-Sendung „Musik ist Trumpf“. Ihre Filmografie ist bei IMDb dokumentiert, weitere Stationen ihrer Karriere fasst ihr Star-Porträt bei Prisma zusammen.
Jonny Buchardt, eigentlich Herbert Günther Schlichting, wurde 1925 im Gebiet des heutigen Wuppertal geboren und starb 2001. Er war eine feste Größe des Kölner Karnevals, bekannt vor allem für seine „Gin-Nummer“, und über seine Familie mit den Schauspielern Ben Becker und Meret Becker verwandt. Seine Wikipedia-Biografie listet seine wichtigsten Auftritte und Produktionen.
Beide waren mehrere Jahre verheiratet, aus dieser Ehe stammt ihr gemeinsamer Sohn.
Eine Nebenrolle namens „Knallhart“
2006 kam Detlev Bucks Kinofilm „Knallhart“ in die deutschen Kinos. Gedreht wurde er, bevor Florian Schöne Ende 2005 ins Visier der Berliner Ermittler geriet. Er spielte darin eine Nebenrolle als Anführer einer Jugendgang, die in Berlin-Neukölln und Wedding Schutzgeld erpresst.
Der Tagesspiegel griff die Parallele zwischen Rolle und Realität in einem Artikel mit dem Titel „Kriminell wie im Film“ auf, veröffentlicht bereits im Januar 2006, zwei Monate vor dem eigentlichen Kinostart.
Die Überfallserie in Spandau
Seit Anfang Dezember 2005 registrierte die Berliner Polizei eine Serie von Raubtaten rund um U-Bahnhöfe, Diskotheken und Jugendclubs in Spandau. Vier junge Männer zwischen 20 und 23 Jahren fuhren mit dem Auto durch die Spandauer Altstadt, suchten gezielt nach jungen Opfern und gingen nach demselben Muster vor: erst schlagen, dann durchsuchen.
Die Beute war gering, oft nur zehn oder zwanzig Euro sowie Mobiltelefone, die weiterverkauft werden sollten. Ein Ermittler beschrieb das Vorgehen später als gezielte Opferjagd. Bei einer der Taten soll Florian Schöne ein Opfer mit einem Messer bedroht haben, das in der Presse als Rambo-Messer beschrieben wurde. Die Klingenlänge wird in den beiden Zeitungsberichten unterschiedlich angegeben, einmal mit 30, einmal mit 40 Zentimetern.
Am 23. Dezember 2005 meldete sich Florian Schöne selbst bei der Polizei, nachdem gegen ihn und drei mutmaßliche Komplizen ein Haftbefehl erlassen worden war.
Das Urteil des Landgerichts Berlin
Der Prozess begann im Dezember 2006 und endete Anfang 2007 vor dem Landgericht Berlin, Saal 817. Angeklagt waren vier junge Männer, darunter Florian Schöne, wegen schwerer räuberischer Erpressung, Raubes mit Waffengewalt und Körperverletzung. Alle vier legten weitgehend ein Geständnis ab.
Das Gericht verurteilte Schöne zu drei Jahren und vier Monaten Haft. Seine Mitangeklagten erhielten ähnliche Strafen zwischen drei Jahren und drei Jahren acht Monaten. Als mildernden Umstand wertete das Gericht die verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt, unter anderem wegen Anabolikaeinnahme.
Ein Detail aus der Urteilsbegründung taucht in kaum einer späteren Zusammenfassung des Falls auf: Das Gericht wertete die bürgerliche Herkunft der Angeklagten ausdrücklich nicht als Entlastung. In der Urteilsbegründung bezeichnete es gerade den Widerspruch zwischen gesichertem Elternhaus und der Brutalität der Taten als schwer nachvollziehbar. Details zum Urteil und zur Begründung sind in einem weiteren Bericht des Tagesspiegel nachzulesen.
Was von Florian Buchardt heute bekannt ist
Nach der Urteilsverkündung 2007 verschwindet er fast vollständig aus der öffentlichen Berichterstattung. Weder zu seinem weiteren beruflichen Weg noch zu seinem heutigen Wohnort gibt es verlässliche Quellen. Angaben dazu, die in verschiedenen Online-Artikeln kursieren, lassen sich nicht belegen.
Dokumentiert bleibt ein Fall, in dem ein junger Schauspieler eine Rolle spielte, die seiner eigenen Tat wenige Monate später auffällig nahekam, und ein Gericht, das die Herkunft der Täter offener zur Sprache brachte, als es in vergleichbaren Verfahren üblich ist.

