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Regina Weber: Olympia-Bronze 1984 und Mutter von Leroy Sané

Regina Weber, geboren am 12. April 1963 in Winsen (Luhe), gewann 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Bronzemedaille im Mehrkampf der Rhythmischen Sportgymnastik. Nach Angaben von Team Deutschland ist die Wattenscheiderin bislang die einzige Deutsche mit einer olympischen Medaille in dieser Disziplin. Sie war sechsmal deutsche Mehrkampfmeisterin und ist die Mutter des Fußballprofis Leroy Sané.



Kurzprofil der Olympiadritten

MerkmalAngabe
NameRegina Weber (Weber-Sané)
Geboren12. April 1963 in Winsen (Luhe), Niedersachsen
SportartRhythmische Sportgymnastik
VereinTV Wattenscheid (Stadtteil von Bochum)
OlympiaBronze 1984 in Los Angeles, Einzelmehrkampf
Deutsche Titel32, davon sechs im Mehrkampf (1981 bis 1986)
FamilieEhemann Souleymane Sané, Söhne Kim, Leroy und Sidi

Los Angeles 1984: Wie knapp Weber an Silber und Gold vorbeikam

Rhythmische Sportgymnastik stand 1984 zum ersten Mal im olympischen Programm. Vom 9. bis 11. August turnten im Pauley Pavilion 33 Gymnastinnen aus 20 Ländern um die Medaillen, 20 erreichten das Finale. Weber beendete die Qualifikation als Siebte (37,600 Punkte). Die Hälfte der Qualifikationspunkte ging in die Endwertung ein.

Der Boykott des Ostblocks hatte dem Feld die stärksten Gymnastinnen genommen. Nach der deutschen Wikipedia traten nur drei Athletinnen aus den Top Ten der WM 1983 in Straßburg an: die Rumänin Doina Stăiculescu, die Spanierin Marta Bobo und Weber. Olympedia spricht von einer überraschenden Medaille.

RangGymnastinLandSchlussrundeGesamt
1Lori FungKanada39,050 (berechnet)57,950
2Doina StăiculescuRumänien38,65057,900
3Regina WeberBR Deutschland38,90057,700

Fungs Schlussrunde ergibt sich aus ihrer Gesamtwertung abzüglich der halben Qualifikationswertung von 37,800 Punkten.

Rangfolge und Gesamtpunkte bestätigt die offizielle Ergebnisliste von Olympics.com, die Einzelwertungen stammen aus der Ergebnistabelle der englischen Wikipedia. In der Schlussrunde turnte Weber mit Reifen (9,750), Ball (9,700), Keulen (9,700) und Band (9,750) zusammen 38,900 Punkte. Das waren 0,250 mehr als bei Stăiculescu, am Band sogar 0,500.

Die Rumänin hatte 19,250 Punkte aus der Qualifikation mitgenommen, Weber 18,800. Dieser Vorsprung von 0,450 Punkten schmolz in der Schlussrunde auf 0,200 und reichte noch für Silber. Auf Gold fehlten Weber 0,250 Punkte, rechnerisch 0,100 bei den mitgenommenen Qualifikationspunkten und 0,150 in der Schlussrunde. Die Viertplatzierte, die Rumänin Alina Drăgan (57,375), lag 0,325 Punkte hinter ihr.

Sechs Mehrkampftitel in Folge im eigenen Land

Zwischen 1981 und 1986 gewann Weber nahezu alle nationalen Titel, jedes Jahr auch den Mehrkampf. Olympedia zählt 32 deutsche Meistertitel, Team Deutschland führt sie als erfolgreichste nationale Gymnastin vor Carmen Rischer und Magdalena Brzeska. 1981 gewann sie in Berlin vier Titel und verdrängte damit Rischer von der Spitze.

Die Stationen stützen sich auf Olympedia, das Munzinger-Archiv und die Ergebnislisten der Wikipedia:

JahrStation
1978Erster deutscher Titel, damals für einen Lüneburger Verein; Platz 14 bei der ersten EM
1979Platz 14 bei der WM in London
1981Vier deutsche Titel in Berlin; Platz 10 bei der WM in München
1983Platz 8 bei der WM in Straßburg
1984Olympia-Bronze; im November Platz 11 bei der EM
1986Platz 7 bei der EM
1987Platz zwei in allen fünf Einzelentscheidungen, viermal hinter Marion Rothhaar

35 Kilometer bis zum Training: Webers Jugend

Ein Porträt im Munzinger-Archiv, das noch aus ihrer Schulzeit stammt, beschreibt den Alltag der Jugendlichen:

UhrzeitAblauf
7.45 UhrSie verlässt das Haus
NachmittagsSchularbeiten
17 UhrBahnfahrt über 35 Kilometer nach Hamburg, unterwegs lernt sie weiter
AbendsDrei Stunden Training
Gegen 22.30 UhrRückkehr nach Hause

In Hamburg betreute sie Mariana Christiansen, am Wochenende trainierte sie beim TV Wattenscheid unter Cheftrainerin Livia Medilansky. Dem Verein gehörte sie seit 1981 an. Ihr sportliches Vorbild war der kanadische Eiskunstläufer Toller Cranston.

Beruf und Familie Sané

Nach dem Leistungssport machte Weber eine Schneiderlehre und studierte Modedesign, so die deutsche Wikipedia. Olympedia nennt ein Studium des Textildesigns und mehrere Sportbekleidungskollektionen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann entwarf. Sie arbeitete als Lehrerin in Bochum.

Ihr Mann Souleymane Sané stammt aus dem Senegal, wuchs in Frankreich auf und kam über seinen Dienst in der französischen Armee nach Deutschland. In der Bundesliga spielte er für den SC Freiburg, den 1. FC Nürnberg und die SG Wattenscheid 09. Für diesen Verein lief er auf, als er seine spätere Frau kennenlernte, so die englische Wikipedia.

Die Söhne Kim, Leroy und Sidi wurden Fußballer. Laut Goal.com spielten alle drei zunächst bei der SG Wattenscheid, Kim auch beim VfL Bochum und Leroy bei Schalke, bevor sie nach Leverkusen wechselten. Leroy kam am 11. Januar 1996 in Essen zur Welt und wuchs nahe dem Lohrheidestadion in Wattenscheid auf. Er spielte für Schalke 04, Manchester City und den FC Bayern und wurde 2015 deutscher Nationalspieler. Im Juli 2025 wechselte er ablösefrei zu Galatasaray Istanbul. Seinen Vornamen verdankt er Claude Le Roy, einem früheren Trainer seines Vaters.

Dem Bayern-Magazin „51“ sagte Leroy Sané, seine Mutter habe mit der Medaille „etwas Riesengroßes“ geschafft. Tribuna gab das im Juli 2024 wieder. Gymnastik habe die Familie zu Hause nicht ständig geübt, und beide Eltern hätten ihre Söhne nie unter Druck gesetzt, in ihre Fußstapfen zu treten.

Häufige Fragen

Welche Olympia-Medaille gewann Regina Weber?

Bronze im Einzelmehrkampf der Rhythmischen Sportgymnastik, 1984 in Los Angeles mit 57,700 Punkten.

Wie viele deutsche Meistertitel hat die Gymnastin gewonnen?

Olympedia nennt 32 Titel. Sechs davon gewann sie im Mehrkampf, von 1981 bis 1986.

Ist Weber die Mutter von Leroy Sané?

Ja. Sie ist mit dem früheren Bundesliga-Profi Souleymane Sané verheiratet, das Paar hat die Söhne Kim, Leroy und Sidi.

Wann und wo wurde die frühere Sportgymnastin geboren?

Am 12. April 1963 in Winsen (Luhe). Im Jahr 2026 ist sie 63 Jahre alt.


Quellen: Olympedia, Munzinger-Archiv, Team Deutschland, Olympics.com, Goal.com, Tribuna, Sky Sport, Fussballdaten.de sowie die deutsche und englische Wikipedia.

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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