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Nina Ghaibi: Kroatin oder Marokkanerin? Die Antwort bleibt offen

Nina Ghaibi ist Springreiterin und die Ehefrau des kanadischen Tennisprofis Félix Auger-Aliassime. Im Athletenregister des Reitsport-Weltverbands FEI ist sie als Kroatin gemeldet. Mehrere Sportredaktionen berichten dagegen, sie sei seit 2017 44 Mal für Marokko gestartet, ebenfalls unter Berufung auf FEI-Daten. Beide Angaben stehen bis heute nebeneinander im Netz, unaufgelöst.



Herkunft und Familie

Geboren wurde Nina Ghaibi am 19. Juni 2000 in den USA. Ihre Mutter ist Kroatin, ihr Vater, Karim Ghaibi, Marokkaner. Aufgewachsen ist sie in mehreren europäischen Ländern und in den USA. Ihre ältere Schwester Cilia Ghaibi ist ebenfalls beim Weltverband FEI als Springreiterin gemeldet. Über ihre Cousine, die australische Tennisspielerin Ajla Tomljanović, besteht zudem eine zweite familiäre Verbindung zum internationalen Tennis.

Die wichtigsten Eckdaten zu ihrer Person:

  • Geburtstag: 19. Juni 2000
  • Eltern: kroatische Mutter, marokkanischer Vater Karim Ghaibi
  • Schwester: Cilia Ghaibi, FEI registrierte Springreiterin
  • Cousine: Tennisprofi Ajla Tomljanović
  • Beruf: internationale Springreiterin, aktiv seit 2017
  • Ehemann: Félix Auger-Aliassime, verheiratet seit dem 20. September 2025

Ghaibis Nationalität sorgt für Verwirrung

Im offiziellen FEI-Profil von Nina Ghaibi, Startnummer 10117518, steht als Nationalität Kroatien. Portale wie Heavy.com und EssentiallySports schreiben dagegen, sie trete seit 2017 für Marokko an, mit exakt 44 Starts, und berufen sich dabei ausdrücklich auf FEI-Zahlen. Ein weiterer Bericht des Portals Onsi, das zum Netzwerk von Sports Illustrated gehört, bezeichnet sie schlicht als Reiterin aus Kroatien.

Eine mögliche Erklärung: Ghaibi könnte über zwei Staatsangehörigkeiten verfügen und für den marokkanischen Verband ihres Vaters starten, während ihre FEI-Registrierung auf den kroatischen Pass ihrer Mutter läuft. Bestätigt hat das bisher weder Ghaibi selbst noch einer der beteiligten Verbände öffentlich. Bislang lässt sich keine der beiden Versionen eindeutig bestätigen oder widerlegen.


Die Ghaibis sind eine Reitsportfamilie

Pferdesport spielt in der Familie Ghaibi seit Jahren eine feste Rolle. Vater Karim Ghaibi ist selbst international registrierter Springreiter und trat laut FEI-Daten, Stand September 2025, insgesamt 483 Mal für Marokko an, mit zwei Siegen. Nebenbei arbeitete er für Equestrian Connection, eine Organisation für therapeutisches Reiten, die Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen unterstützt.

Nina Ghaibi selbst trainiert unter anderem auf Ställen auf Long Island und zeigt auf Instagram regelmäßig Ausschnitte aus ihrem Reitalltag, darunter Aufnahmen mit ihrem Lieblingspferd, einem braunen Wallach mit weißer Blesse.


Wie Ghaibi und Félix Auger-Aliassime sich kennenlernten

Kennengelernt haben sich beide im März 2019 in Miami, bei einem Turnier von Auger-Aliassime. Er entdeckte sie in den Zuschauerrängen und lud sie danach zum Essen ein. Beide waren zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt, Ghaibi nach Angaben des Magazins Hello etwa zwei Monate älter als ihr späterer Ehemann.

In den ersten Monaten der Beziehung nahm Ghaibi ihn mit zum Reiten, ein Ausflug, den Auger-Aliassime später selbst auf Instagram festhielt. Öffentlich zeigten sich beide seither wiederholt gemeinsam, etwa beim Met Gala 2021 und bei den French Open 2022, wo Ghaibi ihn von der Tribüne aus unterstützte. Als Auger-Aliassime 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris Bronze im Mixed Doppel gewann, gratulierte sie ihm nach Medienberichten per Videoanruf, da sie selbst nicht vor Ort war.

Gegenüber der ATP Tour beschrieb Auger-Aliassime ihre Rolle in diesen Jahren so:

„Tennisergebnisse gehen rauf und runter. Aber jemanden zu haben wie sie, der immer da ist, macht den Unterschied.“

Im November 2024 machte er ihr auf den Seychellen einen Antrag. Wie er später der deutschsprachigen Plattform TennisWorldDE erzählte, überraschte er sie dabei mit einem Brief, den er bereits 2019 geschrieben und über all die Jahre aufbewahrt hatte.


Die Hochzeit in Marrakesch

Am 20. September 2025 heirateten Nina Ghaibi und Félix Auger-Aliassime im Hotel Selman Marrakesch, rund 120 Gäste waren dabei. Die Zeremonie fand unter einem Blumenbogen am Pool statt. Ghaibi trug ein Brautkleid von Vera Wang, Auger-Aliassime einen schwarzen Anzug von Dior. Am Vorabend zeigte sich Ghaibi in einem grünen Kaftan mit goldenen Verzierungen und wurde nach marokkanischer Tradition auf einer geschmückten Tragplattform, einer sogenannten Amariya, zur Feier gebracht. Zur eigentlichen Zeremonie führte sie ihr Vater zum Altar.

Unter den Gästen waren mehrere kanadische Tennisprofis, darunter Gabriel Diallo, Vasek Pospisil und Alexis Galarneau. Wie Auger-Aliassime der Plattform TennisWorldDE später erzählte, sei besonders der Moment in Erinnerung geblieben, in dem während der Zeremonie die Namen bereits verstorbener Großeltern genannt wurden.


Ghaibi im Sommer 2026

Rund zehn Monate nach der Hochzeit begleitet Nina Ghaibi ihren Mann weiterhin auf der Tour. Sie war bei seinem Viertelfinaleinzug bei den French Open 2026 vor Ort und saß auch bei seinem Lauf ins Viertelfinale von Wimbledon gegen Novak Djokovic in seiner Box, wo er zu diesem Zeitpunkt als Weltranglisten-Vierter geführt wurde.

Ihre eigene Karriere im Sattel läuft parallel dazu weiter. Laut ATP Tour bringt das für Ghaibi einen Reisekalender mit sich, der sich über weite Strecken mit dem ihres Mannes deckt. Für welches Land ihre nächsten Starts in den Ergebnislisten der FEI erscheinen werden, ist damit weiterhin offen.

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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