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Dorothea Sihler: Jauchs Ehefrau, die Hochzeit in Potsdam und der Rechtsstreit bis Straßburg

Dorothea Sihler, genannt Thea, ist die Ehefrau des Fernsehmoderators Günther Jauch. Die gelernte Krankengymnastin, Jahrgang 1958, ist seit dem 7. Juli 2006 mit ihm verheiratet, ein Paar sind die beiden seit 1988. Nach der Hochzeit in Potsdam ging sie gerichtlich gegen die „Bunte“ vor, die ein Foto der Braut und Einzelheiten der Feier veröffentlicht hatte. Das Landgericht Hamburg sprach ihr zunächst 25.000 Euro Entschädigung zu, das Oberlandesgericht Hamburg hob das Urteil im Oktober 2008 auf und wies die Klage ganz ab. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erklärte ihre Beschwerde mit Entscheidung vom 24. Mai 2016 für unzulässig. Eine Entschädigung hat sie am Ende nicht erhalten.

Am 7. Juli 2026 jährte sich die Hochzeit zum 20. Mal, sechs Tage später wurde Jauch 70. Öffentlich belegt ist über Sihler vor allem das, was in Gerichtsakten steht oder was ihr Mann über sie erzählt hat. Ein Interview von ihr ist nicht bekannt.



Kurzprofil: Alter, Beruf und Familie

AngabeStand
NameDorothea „Thea“ Sihler, in Gerichtsakten Sihler-Jauch
Geburtsjahr1958 (EGMR-Entscheidung)
WohnortPotsdam (Stand der EGMR-Entscheidung von 2016)
Berufgelernte Krankengymnastin (t-online, Abendzeitung)
Eheverheiratet seit 7. Juli 2006, ein Paar seit 1988
Kindervier Töchter, zwei leibliche und zwei adoptierte
WeingutWeingut von Othegraven in Kanzem an der Saar, 2010 von Jauch übernommen

Thea Sihler und Günther Jauch: Ein Paar seit 1988

Thea Sihler arbeitete als Krankengymnastin, als sie Jauch kennenlernte. Seit 1988 sind die beiden ein Paar, berichtet t-online unter Berufung auf die „Bild“. Über das erste Treffen hat bisher nur Jauch gesprochen, im Mai 2020 in der RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert!“. Er erzählte, in der Kneipe habe der Zigarettenautomat neben der Damentoilette gestanden. „Ich habe zwei Jahre neben Zigarettenautomaten gestanden“, sagte er laut prisma.de.

Nach 18 Jahren Beziehung heirateten die beiden 2006 in Potsdam.


Die Hochzeit am 7. Juli 2006 in Potsdam

Die Feier und die standesamtliche Trauung fanden im Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg statt, die kirchliche Trauung in der Friedenskirche (kress). Beide Orte sind bekannte Ausflugsziele und wurden für die Feier gesperrt. Nach den Angaben im EGMR-Verfahren waren rund 180 Gäste geladen, darunter Journalisten, Moderatoren, Sportler und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.

Wegen des erwarteten Medieninteresses hatte die Anwältin des Ehepaars die Redaktionen vorab gebeten, keine Einzelheiten der Feier zu veröffentlichen.


Das Brautfoto in der „Bunten“

Am 13. Juli 2006, sechs Tage nach der Feier, erschien die „Bunte“, deren Auflage der EGMR mit rund 650.000 angibt, mit einem Bericht über die Hochzeit, der auf dem Titel angekündigt war. Ein Foto zeigte Sihler am Hochzeitstag, aufgenommen vor der Trauung im abgesperrten Bereich, unter der Zeile „FRISCH GETRAUT Thea Sihler nach dem Jawort“. Die Zeile war falsch, denn die Trauung hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden.

Der Text schilderte Essen, Getränke, Kleidung, Musik und Kirchenschmuck. Er gab Passagen aus der Predigt, aus den Reden von Jauch und von Sihlers Vater und aus einer Fürbitte eines der Kinder wieder. Zu mehreren dieser Aussagen gab die „Bunte“ auf Verlangen des Ehepaars eine Unterlassungserklärung ab, für das Foto lehnte sie das ab.

Woher das Bild stammt, klärten die Gerichte nicht. Das Ehepaar gab an, es sei mit einem starken Teleobjektiv von außen durch ein Loch in der Wand aufgenommen worden. Die Zeitschrift erklärte, sie habe es bei einer Fotoagentur gekauft und kenne die Herkunft nicht. Genauso gut könne es von einem akkreditierten Fotografen, einem Gast oder einem Mitarbeiter stammen. Die deutschen Gerichte ließen die Frage offen, weil das Foto aus ihrer Sicht nicht den Kern der Privatsphäre berührte.


Sihler-Jauch gegen „Bunte“: Die Instanzen im Überblick

DatumGerichtEntscheidung
1. August 2006Landgericht BerlinUnterlassungsanordnung für das Brautfoto
11. Januar 2008Landgericht HamburgVerbot bestätigt, 25.000 Euro Entschädigung für den Bericht, Lizenzforderung abgelehnt
21. Oktober 2008Oberlandesgericht Hamburg (7 U 11/08)Klage vollständig abgewiesen, Revision nicht zugelassen
12. Mai 2010Bundesverfassungsgericht (1 BvR 760/10)Verfassungsbeschwerde ohne Begründung nicht angenommen
24. Mai 2016EGMRBeschwerde unzulässig, offensichtlich unbegründet

Sihler verlangte vor dem Landgericht Hamburg 250.000 Euro als fiktive Lizenzgebühr, 75.000 Euro Schadenersatz und das Verbot weiterer Veröffentlichung. Das Gericht sah im Bericht einen Eingriff in ihr Persönlichkeitsrecht, weil Zitate aus den Reden, die Getränke und die Musik nicht mit öffentlichem Interesse zu rechtfertigen seien. Das Foto selbst berührte nach seiner Auffassung den Kern der Privatsphäre nicht, weil es die Trauung nicht zeigte. Verboten blieb es, weil sich Sihler bewusst zurückgezogen hatte. Eine Lizenzgebühr lehnte das Gericht ab, weil es nicht üblich sei, Betroffenen einer Berichterstattung ein Honorar zu zahlen.

Das Oberlandesgericht Hamburg (Az. 7 U 11/08) kehrte das Ergebnis um. Wegen Jauchs Rolle als Moderator politischer Sendungen und seines Einflusses auf die öffentliche Meinung habe die Öffentlichkeit ein berechtigtes Interesse zu erfahren, wer zu seiner Hochzeit eingeladen war, darunter der Berliner Bürgermeister. Da die Hochzeit ein gemeinsames Ereignis beider gewesen sei, müsse Sihler das Interesse an Jauchs Leben hinnehmen. Angaben zu Essen, Getränken und Musik gehörten nicht zum Kern der Privatsphäre, und der bloße Wunsch nach Ruhe wiege das öffentliche Interesse nicht auf.

Der Leitsatz des Urteils fasst es so zusammen: Die Hochzeit eines bekannten Fernsehmoderators ist ein Ereignis der Zeitgeschichte, für Fotos braucht es keine Einwilligung, und die Ehefrau hat auch dann keinen Unterlassungsanspruch, wenn sie selbst nicht berühmt ist. Eine fiktive Lizenz bei redaktioneller Berichterstattung wäre mit der Pressefreiheit unvereinbar.

Der EGMR sah in seiner Entscheidung keine starken Gründe, die Abwägung der deutschen Gerichte zwischen Privatleben und Pressefreiheit zu ersetzen. Die deutschen Gerichte hatten festgestellt, dass sich Sihlers Bekanntheit bei diesem Anlass von ihrem Partner ableitete, und der EGMR hielt das für nachvollziehbar.

Jauchs eigene Klage auf mindestens 25.000 Euro Schadenersatz hatte das Landgericht Hamburg am 24. April 2009 abgewiesen. Durch die deutschen Instanzen ging der Fall knapp vier Jahre, das gesamte Verfahren dauerte zehn Jahre. Nach Angaben des Presseanwalts Michael Schmuck bei kress verbot das Oberlandesgericht Köln später ein ähnliches Foto der Hochzeit in der „Freizeit-Revue“.


Abweichende Angaben zu Jauchs Frau

Die englischsprachige Wikipedia nennt die Orangerie von Schloss Sanssouci als Ort der Trauung, die Gerichtsakten führen das Schloss Belvedere und die Friedenskirche. Beim Alter schreibt t-online, Sihler sei ein Jahr jünger als Jauch, der 1956 geboren wurde, was auf 1957 hindeutet. Die EGMR-Entscheidung nennt 1958.


Weingut von Othegraven: Auszeichnung für das Ehepaar Jauch

Jauch übernahm 2010 das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar, das über 200 Jahre seinen Vorfahren gehörte und rund 15 Jahre nicht mehr in Familienbesitz war. Der „Vinum Weinguide Deutschland 2023“ kürte ihn zum „Winzer des Jahres“ und bewertete das Gut mit 4,5 von 5 Sternen. Vinum würdigte Jauch dabei gemeinsam mit seiner Frau Thea.

Sie nahm die Auszeichnung 2022 in Mainz zusammen mit ihrem Mann und der Geschäftsführerin Grit Schedlinski entgegen, so Weinland Mosel. Der Preis gehöre dem ganzen Team, sagte Jauch dort, und er sehe sich selbst nicht als Winzer.


Familie: Vier Töchter

Das Ehepaar hat vier Töchter, zwei leibliche und zwei adoptierte. 1997 und 2000 nahm es zwei Mädchen aus Sibirien auf, so berichten t-online und news.de. Jauch hält die Töchter aus der Öffentlichkeit heraus, nach Berichten von t-online gibt es keine Fotos von ihnen.


Häufige Fragen zu Jauchs Frau

Wie alt ist Thea Sihler?

Sie ist Jahrgang 1958 und wird 2026 68 Jahre alt. Das genaue Geburtsdatum ist öffentlich nicht bekannt.

Was macht Jauchs Frau beruflich?

Sie ist gelernte Krankengymnastin und arbeitete in diesem Beruf, als sie Jauch kennenlernte. Eine aktuelle Berufstätigkeit ist nicht belegt. Beim Weingut nennt Vinum sie an der Seite ihres Mannes.

Tritt Dorothea Sihler öffentlich auf?

Dokumentiert ist die Preisverleihung 2022 in Mainz. Als zuletzt dokumentierten gemeinsamen Auftritt nennt t-online die Feier zum 70. Geburtstag von Klaus Wowereit im September 2023 (Stand Juli 2026). Eigene Aussagen von ihr zu Beruf, Familie oder dem Prozess sind öffentlich nicht überliefert.

Wo lebt das Ehepaar Jauch?

Die EGMR-Entscheidung von 2016 nennt Potsdam als Wohnort. Im Juli 2026 sagte Jauch der dpa, er und seine Frau seien im Schnitt etwa eine Woche im Monat auf dem Weingut in Kanzem an der Saar.

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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