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Laurence Auzière-Jourdan: Kardiologin, Macrons Stieftochter

Die Kardiologin ist die Tochter von Brigitte Macron und arbeitet nebenbei als Künstlerin. Was über Macrons Stieftochter belegt ist, Stand 20. Oktober 2026.

Laurence Auzière-Jourdan hat mit ihrem Partner Matthieu Gasser ein abstraktes Porträt aus den Zellen des Medizin-Nobelpreisträgers Jules Hoffmann geschaffen. Eines von drei Exemplaren ging im September 2026 an das Nobelpreismuseum in Stockholm. Die Kardiologin, Tochter von Brigitte Macron und Stieftochter des französischen Präsidenten, arbeitet als Künstlerin unter dem Namen Laurence Graffensttaden. Die beiden anderen Exemplare erhielten Hoffmann selbst und die Stadt Straßburg, berichtete die Zeitung L’Essentiel am 29. September 2026.



Ein Porträt aus den Zellen eines Nobelpreisträgers

Jules Hoffmann erhielt 2011 gemeinsam mit Bruce Beutler und Ralph Steinman den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Hoffmann und Beutler wurden für ihre Entdeckungen zur Aktivierung der angeborenen Immunität ausgezeichnet. Hoffmann forschte in Straßburg. Das Duo lernte ihn laut L’Essentiel vor etwa drei Jahren bei einer ersten Arbeit für die Fondation Force kennen.

Matthieu Gasser sagte der Zeitung, die Idee, Hoffmanns Zellen als Ausgangspunkt zu nehmen, erlaube es, einem großen Wissenschaftler und durch ihn allen Wissenschaftlern zu huldigen. Nach seinen Worten habe auch die Verbundenheit seiner Partnerin mit Straßburg die Wahl geleitet. Sie verbrachte dort sieben Jahre ihrer Kindheit mit ihrer Mutter. Das fertige Bild überarbeitet Auzière-Jourdan in Photoshop und gibt ihm so seine Farbe.

Zur Absicht des Duos sagte sie:

„Mit diesen Zellporträts wollen wir zeigen, was uns ähnelt und was uns unterscheidet.“

Wie aus Speichelzellen Kunst wird

Das Verfahren beschreibt der Katalog des Pariser Institut du monde arabe, das 2024 Zellporträts von Laurence Graffensttaden zeigte. Die Künstler streichen mit einem Objektträger über die Zunge und gewinnen so Speichelzellen. Diese werden auf einem Glasplättchen von zwei mal sieben Zentimetern fixiert, nach dem Papanicolaou-Verfahren gefärbt und unter dem Mikroskop gescannt. Aus dem Scan wählen die Künstler einen Bildausschnitt und heben Relief und Farben grafisch hervor.

Für das Projekt „La Classe, l’Œuvre!“ entstanden auf diese Weise Porträts von 36 Kindern einer Klasse des Collège Jean Macé in Sainte-Geneviève-des-Bois und von fünf ihrer Lehrer. Die Schüler besuchten das Museum, arbeiteten mit Mikroskopen und hatten Unterricht zu Zellen und DNA. Laut dem Vorwort von Jack Lang, dem Präsidenten des Instituts, sollten die Bilder in der ständigen Sammlung des Museums hängen. Purepeople nannte für die Ausstellung den 18. Mai 2024.

Den Künstlernamen erklärte das Duo dem Magazin „Made in Alsace“:

  1. Matthieu Gasser stammt aus Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg.
  2. Er wählte den Ortsnamen als Hommage an seine Heimatstadt. Das Duo schreibt ihn mit doppeltem t, der Ort hat nur eines.
  3. Laurence lebte in Truchtersheim und Amiens. Das Duo behielt ihren Vornamen, weil er klanglich schöner sei.

Öffentlich dokumentierte Stationen des Duos:

  • August 2022: Drunky Stork Social Club, Straßburg (laut „Made in Alsace“)
  • März 2023: Musée Mer Marine, Bordeaux, mit Leinwänden von Matthieu Gasser (Bildunterschrift bei Purepeople)
  • Mai 2024: Institut du monde arabe, Paris
    1. November bis 1. Dezember 2024: Kunstmesse St-Art, Straßburg, vom Magazin angekündigt
  • September 2026: Nobelpreismuseum, Stockholm

Eine Kardiologin aus Amiens

MerkmalAngabe
Geboren1977 in Amiens
BerufKardiologin, Schwerpunkt Gefäßerkrankungen
ElternAndré-Louis Auzière (Bankier), Brigitte Macron, geborene Trogneux
GeschwisterSébastien (Jahrgang 1975), Tiphaine (Jahrgang 1984, Anwältin und Autorin)
KünstlernameLaurence Graffensttaden, gemeinsam mit Matthieu Gasser

Ihre Eltern ließen sich 2006 scheiden, ein Jahr später heiratete ihre Mutter Emmanuel Macron. Den Namen Jourdan trägt sie von ihrem früheren Mann, dem Radiologen Guillaume Jourdan, den der Tagesspiegel 2017 als Wahlkampfhelfer Macrons erwähnte. Die Ehe endete 2021, wie Purepeople unter Berufung auf „Libération“ berichtete. Das Paar hat drei Kinder.

Medizin studierte sie an der Pierre-und-Marie-Curie-Universität in Paris. Der Tagesspiegel beschrieb sie 2017 als Kardiologin mit Spezialisierung auf Gefäßkrankheiten. Wikipedia nennt Vincennes und Nogent-sur-Marne als Praxisorte, das Arztportal MonDocteur führt sie in Vincennes.

Die Mitschülerin des heutigen Präsidenten

Auzière ist Jahrgang 1977, so alt wie Emmanuel Macron, der am 21. Dezember 1977 zur Welt kam. Beide besuchten in Amiens eine private Jesuitenschule, wie die Nachrichtenagentur AP beschrieb. Ihre Mutter unterrichtete dort Literatur und leitete die Theatergruppe, in der der 15-jährige Macron seine spätere Frau kennenlernte.

Den Mitschüler beschrieb Laurence nach einem Zitat im Tagesspiegel als „einen, der alles über alles weiß“. Im selben Text steht, sie sei bei Wahlkampfauftritten präsent gewesen und habe zugesagt, Macron weiter zu unterstützen. Anfang Mai 2024 war sie laut Purepeople beim Staatsdinner für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Élysée-Palast an der Seite ihrer Mutter.

Zehn Schuldsprüche im Prozess um ihre Mutter

Am 5. Januar 2026 sprach ein Pariser Gericht zehn Angeklagte des Cybermobbings gegen Brigitte Macron schuldig. Sie hatten falsche Behauptungen über Geschlecht und Sexualität der Präsidentengattin verbreitet. Die Strafen reichten laut AP bis zu acht Monaten Haft. Alle zehn müssen ein Training gegen Cybermobbing absolvieren und gemeinsam 10.000 Euro Entschädigung zahlen.

Als Zeugin der Familie nennt AP Tiphaine Auzière. Die Anwältin, damals 41, hatte im Oktober 2025 ausgesagt, die Hetze habe das Leben ihrer Mutter verschlechtert und reiche bis zu den Enkelkindern:

„Sie kann die schrecklichen Dinge, die über sie gesagt werden, nicht ausblenden.“

Was Laurence Auzière selbst gesagt hat

Über den Druck auf die Familie hat auch sie gesprochen. In einem Gespräch mit „Libération“, über das Purepeople am 7. Dezember 2024 berichtete, sagte sie, sie habe in der Gelbwesten-Krise zeitweise um ihr Leben gefürchtet. Sie habe Sätze gehört wie:

„Das ist das Haus der Macron-Kinder, wir kommen wieder und legen eine Bombe.“

Die Ausgabe von „Gala“ vom 8. Mai 2024 zeigte sie erstmals gemeinsam mit ihrer Schwester Tiphaine auf dem Titelbild. Tiphaine nannte Laurence darin spontan strenger und entschiedener. Laurence sagte, Tiphaine sei klar empathischer als sie selbst, die nicht immer mildernde Umstände sehe, und sie sei für mehr Strenge. Ihre Schwester sei die Linkere der beiden, fügte sie lachend hinzu und erinnerte daran, dass Tiphaine in der Jugend einmal grün gewählt habe.

Häufige Fragen

Wie alt ist Laurence Auzière-Jourdan?

Sie ist Jahrgang 1977 und damit 48 oder 49 Jahre alt. Das genaue Geburtsdatum ist nicht öffentlich bekannt.

Ist sie mit Emmanuel Macron verwandt?

Er ist ihr Stiefvater, seit ihre Mutter Brigitte ihn 2007 heiratete. Beide waren zuvor Klassenkameraden in Amiens.

Was macht sie beruflich?

Sie ist Kardiologin mit Schwerpunkt Gefäßerkrankungen und als Teil des Duos Laurence Graffensttaden Künstlerin.

Wer ist ihr Partner?

Der Künstler Matthieu Gasser, mit dem sie das Duo bildet. Purepeople nannte ihn im Mai 2024 einen Freund aus Kindertagen.

Wie schreibt sich der Künstlername?

Graffensttaden, mit doppeltem t. Der Ort Illkirch-Graffenstaden, auf den der Name zurückgeht, hat nur eines.

Wo sind Werke des Duos zu sehen?

Der Katalog des Institut du monde arabe von 2024 nennt Werke in der ständigen Sammlung des Pariser Museums. Ob sie aktuell hängen, lässt sich dort erfragen. Die Kraemer Gallery vertritt das Duo.


Quellen

Französische Zitate wurden für diesen Text übersetzt.

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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