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Johannes Gwisdek: Komponist, Shaban & Käptn Peng

Johannes Gwisdek, genannt Hannes, Jahrgang 1980, ist Komponist und Musiker in Berlin. Unter dem Namen Shaban spielt er in der Band Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi und schreibt Musik für Theater und Film.

Auf dem Spielplan des Deutschen Theaters Berlin steht seine Musik zu „Spirit and the Dust“, einer Uraufführung, die am 27. Februar 2026 Premiere hatte. Laut Spielplan ist das Stück am 25. Oktober und am 15. November 2026 erneut auf der DT Bühne zu sehen. Corinna Harfouch, Gwisdeks Mutter, spielt die Hauptrolle in Noah Haidles Stück, Regie führte Anna Bergmann.

MerkmalAngabe
NameJohannes „Hannes“ Gwisdek
KünstlernameShaban
Jahrgang1980, aufgewachsen in Ostberlin
BerufKomponist, Musiker, DJ
ArbeitsortBerlin
BandKäptn Peng & Die Tentakel von Delphi
FamilieSohn der Schauspielerin Corinna Harfouch, Halbbruder von Robert Gwisdek
Aktuelle ArbeitMusik zu „Spirit and the Dust“, Deutsches Theater Berlin

Die Musik zu „Spirit and the Dust“ am Deutschen Theater Berlin

Das Stück stammt von Noah Haidle und wurde von Barbara Christ ins Deutsche übersetzt. Harfouch spielt die Immobilienmaklerin Hope, zur Besetzung gehören auch Alexander Khuon, Lenz Moretti und Wiebke Mollenhauer. Die Deutsche Bühne beschreibt in ihrer Kritik eine Frau, deren Ehe nach dem Badeunfall der vierjährigen Tochter zerbrach. Wenn die Trauer sie überwältigt, zieht sie sich in eine Musical-Fantasie zurück.

Die Musik des Abends stammt von Hannes Gwisdek. Für Bergmann ist es die dritte Uraufführung eines Haidle-Stücks nach „The Homemaker“ (2015, Hannover) und „Birthday Candles“ (2022, Deutsches Theater). Auch „Birthday Candles“ steht auf der Seite des Hauses unter Gwisdeks Arbeiten.

Herkunft und Weg zur Musik

Johannes Gwisdek wurde 1980 geboren und wuchs in Ostberlin auf. Die Deutsche Biographie führt ihn als Schauspieler, Komponist und Musiker und nennt Hannes als Namensvariante. Die Biografien der Theater verwenden meist diese Kurzform.

Im Montagsinterview der taz vom 7. Mai 2012 beschrieb er seinen Weg. Er sang im Chor, spielte in einer Samba-Trommelgruppe und nahm Gitarrenunterricht. Als der Computer dazukam, programmierte er Drum & Bass und begann aufzulegen. Zum Tontechniker bildete er sich aus, weil er wissen wollte, woran er dreht. Zu dieser Zeit arbeitete er als DJ und als Musiker für Film und Theater, zuletzt in Halle und Wien.

Shaban und Käptn Peng

Nach Wikipedia betrieb Gwisdek von 2009 bis 2012 mit seinem Halbbruder das Projekt „shaban feat. Käptn Peng“. Hannes erzählte der taz, Hip-Hop habe ihn immer fasziniert, doch ihm habe jemand gefehlt, der rappen kann. Dann besuchte ihn Robert im Übungsraum. Hannes spielte einen Beat vor, Robert rappte darüber. Nach drei Stücken drehten sie ein Video und stellten es bei YouTube ein. Robert Gwisdek sagte in demselben Gespräch, sein Bruder zwinge ihn, Stücke fertigzustellen, allein würde er keinen Song veröffentlichen.

Aus dem Duo wurde Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi. Das Label Kreismusik nennt als Mitglieder Peter Bartz (Percussion), Boris Nielsen (Bass, Synthesizer), Hannes Gwisdek (Percussion) und Moritz Bossmann (Gitarre, Synthesizer). Käptn Peng ist Robert Gwisdek.

ZeitpunktVeröffentlichung
2012„Die Zähmung der Hydra“, Album von Shaban & Käptn Peng
12. April 2013„Expedition ins O“, erstes Album der Band
April 2014„Apto Machinam“, Soloalbum von Shaban
19. Mai 2017„Das nullte Kapitel“, Album der Band
2019EP „Drachendressur“

Das Debüt erschien 2012 bei Kreismusik, die taz kündigte die Release-Party für den 9. Mai im Berliner Lido an. Der Musikexpress, der „Expedition ins O“ mit fünf von sechs Sternen bewertete, schrieb, Shaban habe die Musik des ersten Albums weitgehend allein am Computer entworfen. Beim Nachfolger spielte die Live-Band die Beats auf Gitarre, Bass, Reisekoffern und Plastikeimern ein.

Zum Soloalbum schrieb Franziska Seyboldt im Oktober 2014 in der taz, es habe elf Stücke und dauere rund 42 Minuten. Auf „Ich und R“ sampelt Shaban Rachmaninows Präludium in cis-Moll. Die Kritikerin beschrieb ihn als Produzent, DJ und Theatermusiker.

Filmmusik und Bühnenmusik im Überblick

Die Biografie des Thalia Theaters nennt Bühnenmusik für Inszenierungen von Roland Schimmelpfennig, Christian Tschirner, Jürgen Kuttner und Tom Kühnel, unter anderem am Burgtheater Wien, am Schauspiel Hannover, am Hamburger Schauspielhaus und am Staatstheater Stuttgart.

Für „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“, das Spielfilmdebüt von Kerstin Polte (Kinostart 3. Mai 2018), führt filmportal.de ihn und Meret Becker bei der Musik. Corinna Harfouch spielt in dem Film eine der Hauptrollen. Die Besprechung auf evangelisch.de hob die ausgelassene Musik hervor. 2021 fragte der Autor Marc-Uwe Kling die Band, ob sie den Soundtrack zu „Die Känguru-Verschwörung“ schreiben wolle. Die Filmmusik beruht nach Angaben von Kreismusik ganz auf dem Sound der Band.

JahrArbeitArt
2010„Die Arschbombe“Kurzfilm
2011„Schub“, „One Shot“, „Das Heimweh der Feldforscher“Kurzfilme
2015„Alki Alki“Spielfilm von Axel Ranisch, Musik der Band
2015„Der Auftrag“Theater, Staatsschauspiel Hannover, Regie Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, Musik der Band live
2018„Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“Spielfilm von Kerstin Polte, Musik gemeinsam mit Meret Becker
2019„Persona“Fernsehfilm
2022„Die Känguru-Verschwörung“Spielfilm, Soundtrack der Band
2026„Spirit and the Dust“Theater, Deutsches Theater Berlin

Schauspielrollen vor der Kamera

Wikipedia führt für Gwisdek sieben Rollen in Film und Fernsehen. Als Kind stand er 1988 in „Treffen in Travers“ vor der Kamera, 1992 hatte er eine Gastrolle in „Praxis Bülowbogen“, 1994 folgten Nebenrollen in „Charlie & Louise“ und „Abschied von Agnes“. 2012 spielte er in „3 Zimmer/Küche/Bad“ den „Mann ohne Gesicht“, 2015 in „Heil“ einen Protestierer, beide Filme drehte Dietrich Brüggemann. 2021 kam „Immer der Nase nach“ hinzu. Für die Zeit seit 2010 verzeichnet Wikipedia sieben Kompositionen und drei Rollen.

Im Mai 2012 fragte die taz die Brüder, ob es sein müsse, dass ein weiterer Schauspieler Musik macht. Hannes Gwisdek antwortete:

„Aber ich bin ja kein Schauspieler.“

Familie und gemeinsame Arbeiten

Gwisdeks Mutter ist die Schauspielerin Corinna Harfouch. Der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek (1942 bis 2020) ist nach Wikipedia sein Stiefvater. Der Halbbruder Robert, Jahrgang 1984, ist Schauspieler und tritt als Käptn Peng auf.

Gemeinsame Arbeiten reichen bis in die Kindheit zurück. 1988 spielte Hannes in „Treffen in Travers“ an der Seite von Mutter, Stiefvater und Halbbruder, 2018 lief „Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ mit Harfouch in einer Hauptrolle und seiner Musik im Kino, 2026 folgte das Stück am Deutschen Theater. Auf die Frage der taz nach den berühmten Eltern sagte Hannes Gwisdek 2012, es würde ihn freuen, wenn man dieses Thema heraushalten könnte. Musiker sei er nie geworden, um sich von seinen Eltern abzugrenzen.

Häufige Fragen

Wie alt ist Johannes Gwisdek?

Er ist Jahrgang 1980 und im Oktober 2026 damit 45 oder 46 Jahre alt. Ein Geburtsdatum nennen Wikipedia und die Deutsche Biographie nicht.

Sind Johannes und Hannes Gwisdek dieselbe Person?

Ja. Die Deutsche Biographie führt Hannes als Namensvariante.

Wer ist Shaban?

Shaban ist sein Künstlername als Musiker und DJ.

Ist Hannes Gwisdek Käptn Peng?

Käptn Peng ist sein Halbbruder Robert Gwisdek. Hannes gehört als Shaban zur Band.

Wie ist Hannes Gwisdek mit Michael Gwisdek verwandt?

Wikipedia nennt Michael Gwisdek (1942 bis 2020) seinen Stiefvater. Seine Mutter ist Corinna Harfouch.

Wo ist die Musik zu „Spirit and the Dust“ zu hören?

Am Deutschen Theater Berlin, das Stück steht am 25. Oktober und am 15. November 2026 auf dem Spielplan.

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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