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Dominic Briggs: Blockwall-Gründer mit BaFin-Lizenz

Dominic Briggs stand im Januar 2022 in Davos auf der Bühne der Traders Network Show, als Moderator Matt Bird ihn fragte, wie es seinem Frankfurter Fonds gelungen sei, als Erster in Deutschland eine Lizenz für Krypto-Investments zu bekommen. Die Kryptobranche galt zu dieser Zeit noch weitgehend als reine Spekulation.

„Wir haben die Lizenz von der BaFin bekommen. Wir waren die Ersten in diesem Bereich.“ Quelle: Dominic Briggs, im Interview mit ESG News in Davos

Die meisten Texte über Dominic Briggs im Netz beschreiben ihn als Web3-Vordenker. Seine eigentliche Geschichte handelt von etwas Nüchternerem: von einer deutschen Aufsichtsbehörde, die er über Jahre von einer neuen Anlageklasse überzeugen musste.



Wer ist Dominic Briggs?

Der vollständige Name lautet laut Handelsregistereintrag Dominic Nelson Maximilian Briggs. Geboren wurde er in München, seinen Wohnsitz hat er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Frankfurt am Main.

Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:

MerkmalAngabe
Voller NameDominic Nelson Maximilian Briggs
RolleCo-Founder & Managing Partner, Blockwall
SitzFrankfurt am Main
AusbildungM.Sc. Management, EBS Universität für Wirtschaft und Recht
AuslandssemesterHEC Genf, SciencesPo Paris
Fonds gegründetNovember 2017
FellowshipKauffman Fellows, Class 26

Sein Studium an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht sowie die Auslandssemester in Genf und Paris bilden das Fundament einer klassischen Finanzausbildung. Von Blockchain war darin zunächst nichts zu sehen.


Der Weg vor Blockwall

Bevor Briggs sich mit Kryptowährungen beschäftigte, arbeitete er in völlig anderen Bereichen. Seine berufliche Laufbahn:

  • Praktika bei Rothschild Bank AG und Altium Capital AG während des Studiums
  • Gründung und Vertriebsleitung bei NYCON Energy AG, einem Unternehmen für Energieeffizienz, ab 2008
  • Beratung bei Barkawi Management Consultants
  • Projektmanagement Finance & Sales bei ABO Wind, einem Windenergie-Unternehmen, bis 2017

Erst im November 2017 gründete Briggs gemeinsam mit Jannis und Nikos Choulidis das Unternehmen Blockwall. Aus seinen früheren Stationen brachte er etwas mit, das in einer regulierten Branche wie der deutschen Finanzwelt wertvoll war: Erfahrung mit Genehmigungsverfahren, mit Kapitalstrukturen und mit dem Umgang mit Aufsichtsbehörden.


Die BaFin-Lizenz als eigentlicher Wendepunkt

2018 wurde Blockwall zum ersten Krypto-Fondsmanager in Deutschland mit einer Lizenz der BaFin. Während andere Fonds ihre Struktur über die Cayman-Inseln oder ähnliche Standorte lösten, ging Blockwall den langsameren, deutschen Weg durch die Finanzaufsicht.

Institutionelle Investoren, Family Offices und regulierte Anleger, die einer Offshore-Struktur nie zugestimmt hätten, konnten so über eine deutsche Fondsstruktur in Blockchain-Startups investieren. Die Handelsregistereinträge zu den verschiedenen Blockwall-Gesellschaften, etwa der Blockwall Services GmbH oder der Blockwall FoF GP I GmbH, lassen sich öffentlich bei Northdata einsehen. Sie zeigen, wie viele einzelne Gesellschaften hinter der Marke Blockwall stehen, und dass Briggs in den meisten davon als Geschäftsführer eingetragen ist oder war.


Das Portfolio von Blockwall

Die erste Investition des Fonds war bloXmove. Blockwall bestätigte die Beteiligung an der Mobility-Blockchain-Plattform 2021 in einer eigenen Mitteilung. Seitdem ist die Liste gewachsen:

  • bloXmove (2021): Mobility-Blockchain-Plattform, erste Fondsinvestition
  • Spherity (März 2024): Blockwall führte eine Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro für den Dortmunder Anbieter dezentraler Identitätslösungen
  • Spiko (Juli 2025): Beteiligung an einer Series-A-Runde über 22 Millionen Dollar, gemeinsam mit Index Ventures und Bpifrance
  • Kulipa (April 2026): jüngste öffentlich bekannte Investition
  • Weitere Beteiligungen im aktuellen Portfolio sind unter anderem Solana, Rebind und Zealy

Die Richtung dieser Liste ist auffällig. Spiko baut regulierte, tokenisierte Geldmarktfonds. Rebind kombiniert selbstverwahrte Vermögensverwaltung mit einer Nutzererfahrung, die näher an einer klassischen Banking-App liegt als an klassischem DeFi. Die neueren Investments von Briggs und seinem Team wirken weniger wie ein Internet ohne Banken und mehr wie eine traditionelle Finanzwelt mit einer Blockchain-Abrechnungsschicht darunter.


Kauffman Fellow und frühere Rolle bei der EU

Seit Juni 2021 ist Briggs Mitglied der Kauffman Fellows, einem internationalen Fortbildungsprogramm für Venture-Capital-Profis. In der Fellows-Datenbank wird seine Fellowship bei der Blockwall Management GmbH geführt, mit Mentoring durch Paul Desmarais III und seinen eigenen Mitgründer Jannis Choulidis.

Von Januar 2021 bis Mai 2024 saß Briggs im Expertengremium des EU Blockchain Observatory and Forum, einer Initiative der Europäischen Kommission. Diese Rolle ist mittlerweile beendet. In mehreren älteren Online-Profilen wird sie noch als aktuelle Position geführt, was schlicht nicht mehr stimmt.


Stand Juli 2026

Mit der Beteiligung an Kulipa im April und einer neuen Marktanalyse im Blockwall-Newsletter Anfang Juli bleibt Briggs auch im laufenden Jahr aktiv sichtbar. Im Oktober 2025 nominierten die MOI Awards Blockwall für den Investor of the Year Award. In der Begründung beschrieben die Organisatoren die Rollenverteilung im Gründerteam so: Jannis Choulidis stehe für Unternehmensaufbau, Nikos Choulidis für Produkt und Sicherheit, Dominic Briggs für Investitionsdisziplin.

Genau diese Disziplin, gepaart mit der Bereitschaft, sich den Regeln einer deutschen Aufsichtsbehörde zu unterwerfen statt sie zu umgehen, unterscheidet Blockwall bis heute von einem Großteil der europäischen Krypto-Szene. Ob aus dieser Mischung am Ende ein dezentrales Finanzsystem entsteht oder eine regulierte Variante der alten Finanzwelt, zeigt sich am ehesten am nächsten Investment von Dominic Briggs.

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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