Olga Gaft war die Tochter des russischen Schauspielers Walentin Gaft. Sie wurde 1973 in Moskau geboren. Nach russischen Medienberichten trug sie den Nachnamen ihrer Mutter, Jelissejewa, tanzte rund zehn Jahre im Kremlballett und studierte zuletzt Choreografie. Sie starb 2002 im Alter von 29 Jahren. Von der Schauspielerin Olga Ostroumowa, die seit 1996 mit Walentin Gaft verheiratet war, ist sie zu unterscheiden.
Die Tochter des Schauspielers war keine öffentliche Person. Was über sie bekannt ist, stammt fast vollständig aus russischen Medienberichten, die 2002 nach ihrem Tod und in den Jahren 2019 und 2020 im Zusammenhang mit ihrem Vater erschienen. Die folgenden Abschnitte kennzeichnen, was mehrere Quellen bestätigen und was nur eine nennt.
Inhaltsverzeichnis
Olga Jelissejewa auf einen Blick
| Angabe | Inhalt |
|---|---|
| Name | Olga Walentinowna Jelissejewa, in Archiven oft als Olga Gaft geführt |
| Geboren | 1973 in Moskau |
| Eltern | Walentin Gaft (1935 bis 2020) und Inna Jelissejewa (gestorben 2003) |
| Werdegang | Choreografieschule, rund zehn Jahre Kremlballett, zuletzt Choreografiestudium an der Theaterhochschule RATI (GITIS) |
| Gestorben | um den Monatswechsel August/September 2002 in Moskau, mit 29 Jahren |
Der Vater: Walentin Gaft
Walentin Gaft, geboren am 2. September 1935 in Moskau, schloss 1957 die Schule am Moskauer Künstlertheater ab, stand ab 1956 vor der Kamera und spielte von 1969 bis 2019 am Theater Sowremennik. Nach IMDb gehören die Filme 12 (2007) und Master i Margarita (2005) zu seinen bekanntesten Arbeiten. Gaft schrieb auch Gedichte und Epigramme und erhielt 1984 den Titel Volkskünstler der RSFSR.
Der Name: Olga Jelissejewa oder Olga Gaft?
Die Eltern trennten sich Anfang der 1980er Jahre, die Tochter blieb bei der Mutter. Nach russischen Berichten trug sie deren Nachnamen. Laut einem Porträt des Portals 24SMI stellte sie sich bei der Aufnahmeprüfung an einer Theaterhochschule als Olga Jelissejewa vor, weil sie fürchtete, man werde ihr den bekannten Namen des Vaters vorhalten.
In Datenbanken taucht sie dagegen unter dem Vaternamen auf. Google Arts & Culture führt sie als Olga Gaft, und die Komsomolskaja Prawda setzte diesen Namen im Dezember 2020 über einen Text von 2002, in dem sie selbst noch Olga Jelissejewa heißt.
Eine feste deutsche Schreibweise gibt es nicht. Nach den gängigen Transliterationsregeln ergibt sich aus dem Russischen Jelissejewa. Englischsprachige Quellen schreiben Eliseeva, die Genealogieplattform Geni führt sie als Jelissejewa.
Wer ist wer?
| Name | Wer das ist |
|---|---|
| Olga Jelissejewa, auch als Olga Gaft geführt | Tochter von Walentin Gaft, 1973 bis 2002 |
| Olga Ostroumowa | Schauspielerin, Jahrgang 1947, seit 1996 mit Walentin Gaft verheiratet |
| Olga Lewitina | Tochter von Olga Ostroumowa, Jahrgang 1975 |
Daneben tauchen gleichnamige Privatpersonen in Berufsnetzwerken und Registern auf. Ein Bezug zur Schauspielerfamilie ist bei ihnen nicht belegt.
Vom Ballett zur Choreografie
Wikinews meldete am 4. September 2002, die junge Frau habe die Moskauer Choreografieschule abgeschlossen, zehn Jahre im Kremlballett getanzt und dann ein Studium am GITIS begonnen. Die Komsomolskaja Prawda, eine russische Massenzeitung, schrieb im selben Monat, sie sei nach der Ballettschule ins Kremlballett aufgenommen worden und habe später an der Theaterakademie RATI im vierten Jahr Choreografie studiert. Wie lang und wie erfolgreich ihre Laufbahn als Tänzerin war, geben die Texte verschieden wieder: Die Zeitung schreibt, mit dem Ballett sei es nicht weitergegangen, Wikinews nennt ein Jahrzehnt im Ensemble.
Laut 24SMI unterstützte der Vater sie finanziell. Die Zeitung berichtet, er habe ihr eine Wohnung im Haus der Mutter gekauft.
Lebensdaten im Überblick
1935Walentin Gaft wird in Moskau geboren1969Gaft kommt ans Theater Sowremennik1973Olga Jelissejewa wird in Moskau geborenAnfang der 1980erDie Eltern trennen sich2002Olga Jelissejewa stirbt mit 29 Jahren2003Inna Jelissejewa stirbt2020Walentin Gaft stirbt mit 85 JahrenGafts Tochter und ihr Vater
Walentin Gaft nach dem Verlust
Gaft erfuhr vom Tod seiner Tochter rund um seinen 67. Geburtstag. Der Komsomolskaja Prawda sagte er im September 2002, er mache seine frühere Frau verantwortlich, er selbst sei im Urlaub gewesen. Siebzehn Jahre später gab er laut Vokrug TV in der Fernsehsendung „Sudba tscheloweka“ an, er gebe sich selbst die Schuld, und er habe das Gedicht „Grechi“ (Sünden) seiner Tochter gewidmet. Russische Quellen berichten, er sei danach einige Jahre nicht mehr auf der Bühne aufgetreten.
Äußerungen der Mutter, Inna Jelissejewa, geben die Berichte nicht wieder. Sie starb nach Angaben der Russischen Wikipedia im Jahr 2003.
Gaft erlitt 2019 einen schweren Schlaganfall und starb am 12. Dezember 2020 im Alter von 85 Jahren, wie die Moscow Times berichtete. Beigesetzt wurde er auf dem Troyekurovskoye-Friedhof in Moskau.
Was zum Tod gesichert ist
Olga Jelissejewa nahm sich um den Monatswechsel August/September 2002 das Leben. Die Berichte aus den Tagen danach nennen unterschiedliche Tage: Wikinews spricht vom vorangegangenen Wochenende, die Komsomolskaja Prawda vom Montag, dem 2. September. Spätere Texte geben teils den 24. August an, der in keiner zeitnahen Meldung steht. Über die Beisetzung gehen die Angaben auseinander. Auf Einzelheiten zu den Umständen verzichten wir. Sie stammen überwiegend aus russischen Boulevardmedien und Blogs und widersprechen sich.
Häufige Fragen
Hatte Walentin Gaft weitere Kinder?
Ja, einen Sohn, Vadim Nikitin, geboren 1971 aus einer Beziehung mit der Künstlerin Elena Nikitina. Er ist damit zwei Jahre älter als Olga. Nach einem Bericht der Komsomolskaja Prawda vom Dezember 2020 lebt er in São Paulo.
Wie schreibt man den Namen des Vaters?
Dieser Text folgt der deutschen Transliteration, also Walentin. FILMSTARTS und die deutsche Fassung von IMDb schreiben Valentin Gaft.
Hilfe in Krisen
Wer selbst in einer Krise steckt oder sich um jemanden sorgt, erreicht die Telefonseelsorge in Deutschland kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Die europaweite Nummer 116 123 ist ebenfalls erreichbar. Weitere Angebote stehen auf telefonseelsorge.de.
Quellen
- Komsomolskaja Prawda, Archivtext vom September 2002, erneut veröffentlicht im Dezember 2020
- Wikinews: Meldung vom 4. September 2002
- The Moscow Times: Nachruf auf Walentin Gaft, 14. Dezember 2020
- Vokrug TV: Bericht über Gafts Interview, 2019
- 24SMI: Porträt der Kinder von Walentin Gaft
Zur Einordnung: Die Komsomolskaja Prawda ist eine russische Massenzeitung, Vokrug TV und 24SMI sind Unterhaltungsportale, Wikinews wird von Freiwilligen geschrieben. Im Text sind ihre Angaben als Berichte gekennzeichnet.

