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Margarete Joswig: Karriere, Comeback und Jonas Kaufmann

Margarete Joswig ist Mezzosopranistin am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Am 29. März 2024 sang sie dort erneut die Fricka in Wagners „Die Walküre“, eine Partie, die sie an diesem Haus seit der Spielzeit 2016/17 verkörpert. Die Fachzeitschrift Klassik-begeistert lobte tags darauf das Ensemble, es harmoniere, wie es „nicht selbstverständlich“ sei. Von Joswigs Privatleben stand in der Kritik kein Wort, anders als in den meisten Artikeln, die sonst über sie erscheinen.

Diese Artikel drehen sich meist um ihre frühere Ehe mit dem Tenor Jonas Kaufmann, oder es sind Kurzprofile ganz ohne überprüfbare Fakten. Beide Varianten lassen aus, dass ihre eigentliche Karriere inzwischen mehr als dreißig Jahre umfasst.



Ausbildung und erste Bühnenjahre

Margarete Joswig wurde 1972 in Mannheim geboren. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main studierte sie zunächst Klavier, dann Gesang bei Gisela Pohl und Elsa Cavelti. Die Liedklasse besuchte sie bei Charles Spencer, ihr Operndiplom schloss sie 1994 ab.

Ihr erstes festes Engagement führte sie an das Saarländische Staatstheater Saarbrücken. Von 1994 bis 2000 war sie dort Ensemblemitglied, ihre Debütpartie war der Hänsel in Humperdincks „Hänsel und Gretel“. Am selben Haus war zur gleichen Zeit auch der Tenor Jonas Kaufmann engagiert. Beide lernten sich bei den Proben zu einer Inszenierung von Josef E. Köpplinger kennen, dem heutigen Intendanten des Gärtnerplatztheaters München, wie die Abendzeitung München berichtete.


Stuttgart, die Floßhilde und ein langer Rückzug

Bis Sommer 2003 war Joswig festes Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart. Dort sang sie unter der Leitung von Lothar Zagrosek die Floßhilde im „Rheingold“, einer Produktion, die 2003 im Fernsehen ausgestrahlt und auf DVD sowie CD veröffentlicht wurde.

Ab Herbst 2003 arbeitete sie freischaffend. Gastverträge führten sie unter anderem:

  • ans Teatro San Carlo in Neapel, für „Die Walküre“
  • ans Théâtre du Châtelet in Paris, für Mahlers „Das Lied von der Erde“
  • zum Rheingau Musik Festival, für das Verdi-Requiem
  • zum Kunstfest Weimar, für Eislers „Deutsche Sinfonie“

2008 sang sie beim Eröffnungskonzert der Frankfurter Mendelssohn-Tage mit der Frankfurter Singakademie. Danach wurde es für längere Zeit still um ihre Auftritte auf der Opernbühne.


Ehe, Familie und eine kurze Erklärung im April 2014

Übereinstimmenden Berichten zufolge heirateten Joswig und Kaufmann 1999. Die Familie lebte am Ammersee südlich von München, drei Kinder kamen zur Welt. Während Kaufmanns internationale Karriere in den Jahren nach der Hochzeit rasant wuchs, stellte Joswig ihre eigene Karriere zurück und kümmerte sich um die Kinder. Eine Ausnahme machte sie 2009 mit einem kurzen Gastauftritt als Kundry in einem Ausschnitt aus Wagners „Parsifal“ auf Kaufmanns CD „Sehnsucht“.

Im April 2014 endete die Ehe nach fünfzehn Jahren. Auf der offiziellen Homepage des Sängers erschien damals nur ein Satz: „Margarete Joswig und Jonas Kaufmann geben hiermit gemeinsam bekannt, dass sie sich getrennt haben.“ Die drei Kinder waren zu diesem Zeitpunkt acht, neun und fünfzehn Jahre alt. Kaufmann heiratete 2018 die Opernregisseurin Christiane Lutz, mit der er seit 2019 ein weiteres Kind hat.


Eine Pause von zwölf Jahren

Zwischen ihrem letzten festen Engagement in Stuttgart und ihrer Rückkehr auf die Opernbühne liegen zwölf Jahre, unterbrochen nur von vereinzelten Konzerten. In einem ausführlichen Interview mit dem Magazin VAN sprach Joswig 2017 offen über diese Zeit. Nach eigener Beschreibung dauerte die Pause etwa zehn Jahre, in denen sie sich um ihre Kinder kümmerte. Über den Versuch, Mutterschaft und Gesang miteinander zu verbinden, sagte sie: „Man kann alles haben, nur nicht zur selben Zeit.“

Rückkehr nach Wiesbaden

Im November 2015 debütierte Joswig als Mutter in „Hänsel und Gretel“ am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Danach übernahm sie einige der anspruchsvollsten Partien des Mezzo-Repertoires:

  • Fricka und Waltraute in Wagners „Der Ring des Nibelungen“, in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg
  • Magdalene in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“
  • die Gräfin in Lortzings „Der Wildschütz“ am Gärtnerplatztheater München, dem Haus, das inzwischen von Köpplinger geleitet wird
  • Gastspiele 2018 und 2019 in Odense und am Grand Théâtre de Bordeaux
  • einen Auftritt als Brangäne in Ausschnitten aus „Tristan und Isolde“ bei der Derniere der Wiesbadener Maifestspiele 2020

Aktuelle Auftritte

Nach Angaben der zuletzt am 3. Oktober 2025 überprüften Wikipedia-Biografie lebt Joswig heute in der Nähe von München. Auf ihrer eigenen Webseite dokumentiert sie ihre Rollen und Aufnahmen, ohne die frühere Ehe mit Jonas Kaufmann zu erwähnen.

Ihre Diskografie reicht über den „Ring“ hinaus: die Partie der Sigilgaita in Siegfried Wagners „Rainulf und Adelasia“ (CPO, 2006), Dvořáks „Stabat Mater“ (Leico Records, 2003) sowie Durantes „Lamentationes Jeremiae Prophetae“ (CPO, 1995).

David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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