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Nadja Twellmann: Wer sie wirklich ist und was die Öffentlichkeit lange nicht wusste

Im November 2019 eröffnete Nadja Twellmann in Mülheim an der Ruhr einen eigenen Microblading-Salon. Die ersten Termine waren sofort ausgebucht.

Zur gleichen Zeit rappte ihr Mann Manuellsen über ihr gemeinsames Leben, sie stand in einem seiner Musikvideos vor der Kamera, und ihr Name tauchte in der deutschen Rap-Presse fast ausschließlich in Verbindung mit seinem auf.

Was sie selbst aufgebaut hatte, interessierte kaum jemanden.


Auf einen Blick

Vollständiger NameNadja Twellmann (Nachname aus der Ehe mit Emanuel Twellmann)
WohnortMülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen
HerkunftAfrikanische Wurzeln (keine weiteren öffentlichen Angaben)
Instagram@iamnadjah
Bekannt durchEhe mit Rapper Manuellsen (bürgerlich Emanuel Twellmann)
Hochzeit14. April 2017
Gemeinsame TochterAzzurra, geboren 2018 (Spitzname: „Zuzu“)
UnternehmenBintFrica (Modelabel), Couture Brows (Beauty-Salon, Mülheim)
MusikalischFeature auf Manuellsens Album MB Ice (2019), Track „Roots“

„Allah Yarahmou“

Im Sommer 2023 veröffentlichte Manuellsen die Single „DMW“, eine Vorauskopplung seines Albums Dead Man Walking. Inhaltlich rappte er auf einem ganzen Vers über seine Ex-Frau und verwendete dabei den frühen Tod ihres Vaters als Reimvorlage:

„Papa starb früh, ließ dich früh allein / deswegen warst du viel am weinen / aber aus Papas kleiner Blume wurd ne kleine Btch.“*

Zwei Tage danach meldete sich Nadja auf Instagram. Nicht mit einem Gegendiss. Nicht mit einem Anwalt. Sie schrieb:

„Ich habe mich nie öffentlich zu dem Tod meines Vaters (Allah Yarahmou) geäußert. Ich hatte dies auch nie vor, weil ich dieses traumatisierende Erlebnis und diesen Albtraum der an seinen Todestag wahr wurde womöglich nie verarbeiten werde. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Seele eures wertvollsten Menschen und so ein einschneidendes Erlebnis in eurem Leben niemals in einem niederträchtigen Song für Reime, Aufmerksamkeit und Clickbait schamlos verwendet wird.“

In einem zweiten Post, direkt an Manuellsen gerichtet, schrieb sie:

„Nur Menschen die nichts zu verlieren haben reden so. Wer Kinderschutz thematisiert, sollte mindestens an den Schutz seiner eigenen Kinder denken.“

Danach schwieg sie zu dem Thema.


Gran Canaria, 2006 und dann 2016

Nadja und Manuellsen hatten sich bereits 2006 kurz in einem Club getroffen. Damals entwickelte sich nichts daraus, und beide verloren sich aus den Augen.

Zehn Jahre später, 2016, lud Manuellsen sie zu einem Urlaub auf Gran Canaria ein, zusammen mit einigen seiner engsten Freunde. Sie zögerte zunächst. Laut einem Bericht von Helal Gossip beschrieb Nadja diesen Urlaub später als den besten und lustigsten, den sie je erlebt hatte.

Dass sie schon als Jugendliche musikalisches Hintergrundwissen gesammelt hatte, spielte später in ihrer gemeinsamen Arbeit eine Rolle. Ihre Herkunft beschreibt sie selbst mit afrikanischen Wurzeln, mehr hat sie öffentlich dazu nicht gesagt.

Am 14. April 2017 heirateten die beiden. Manuellsen postete auf Instagram ein Foto der Hochzeits-Menükarte mit den Namen „Nadja & Manuell“ und dem Hashtag #justmarried. Im Jahr 2018 wurde ihre gemeinsame Tochter Azzurra geboren, die die Familie liebevoll „Zuzu“ nennt.


BintFrica und Couture Brows

Während der Ehe baute Nadja zwei eigenständige Projekte auf, über die in der späteren Berichterstattung rund um den Rosenkrieg kaum je gesprochen wurde.

BintFrica

BintFrica ist ihr Modelabel, unter dem sie Shirts, Longsleeves und Badeanzüge verkaufte. Ein Teil der Einnahmen aus jedem Stück ging direkt an afrikanische Frauenhäuser.

Die Haltung dahinter formulierte Nadja auf der Seite des Labels selbst:

„Denn Stärke bedeutet auch wahre Freiheit. Und nein, hier geht es nicht darum, welche Löwin am lautesten brüllt, sondern darum, wie sie für sich selbst einsteht.“

Ob BintFrica nach der Trennung weitergeführt wurde, ist öffentlich nicht bestätigt.

Couture Brows

Im November 2019 eröffnete Nadja in Mülheim ihren Beauty-Salon Couture Brows, spezialisiert auf Microblading. Die ersten Termine waren laut Helal Gossip sofort ausgebucht.

Auf seinem Album MB Ice veröffentlichte Manuellsen 2019 zusammen mit Nadja den Track „Roots“, den beide ihrer Tochter Azzurra widmeten. Manuellsen schrieb damals auf Instagram, Nadja habe musikalisches Hintergrundwissen aus ihrer Jugend mitgebracht, das man auf dem Track höre.


Der Streit, der mit einem Musikvideo begann

Ebenfalls 2017, im Hochzeitsjahr, begann ein Konflikt, dessen Konsequenzen drei Jahre später vor Gericht landeten.

Animus, damals bei Manuellsens Label König im Schatten unter Vertrag, hatte Manuellsen davon abgeraten, Nadja im Musikvideo zu dem Track „Endgegner“ auftreten zu lassen. Er begründete das mit religiösen Überzeugungen. Manuellsen ignorierte das.

Was daraufhin geschah, ist von laut.de und von Raptastisch dokumentiert: Animus machte öffentliche Aussagen über Nadja, darunter die Behauptung, sie habe alte Chat-Verläufe manipuliert und auf Instagram gepostet, um ihn zu schädigen. Nadja antwortete auf Instagram und stellte klar, dass sein Problem mit ihr nicht wirklich religiöser Natur gewesen sei.

Der Streit eskalierte, bis Manuellsen mit Begleitern im Studio von Gorex in Gelsenkirchen auftauchte und Animus körperlich angriff. Der Vorfall wurde gefilmt und kursierte im Netz.

Im August 2020 verurteilte das Gericht Manuellsen zu 15 Monaten Bewährungsstrafe wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung. Nadja war beim Angriff nicht anwesend. Ihr Name stand am Anfang des gesamten Konflikts.


Bernhard und Bianca: Fast drei Millionen Aufrufe

Die Trennung von Manuellsen fand irgendwann zwischen 2020 und 2022 statt, ein genaues Datum wurde nie öffentlich bestätigt.

Manuellsen verarbeitete den Rosenkrieg auf Twitch. Er nannte sich in seinen Streams „Bernhard“ und Nadja „Bianca“ und erzählte dort seine Version der Beziehung. Er warf ihr finanzielle Ausbeutung vor, behauptete, sie habe kein eigenes Einkommen gehabt, und beschuldigte sie, „schwarze Magie“ gegen ihn eingesetzt zu haben.

Die Streams liefen auf knapp drei Millionen Aufrufe.

Nadja antwortete, aber nicht auf demselben Niveau. Im April 2023 schrieb sie auf Instagram:

„Ich habe mit niemandem ‚Krieg‘ um Frieden zu schließen. Die meisten, die einen führen möchten, führen den in erster Linie gegen sich selbst.“

Auf die Frage, warum Manuellsen das alles öffentlich mache, antwortete sie:

„Wenn dein Ex-Partner sowas tut, kannst du dir sicher sein, dass es dir zuuuu gut geht. Just Love and Peace.“


Der Diss-Track und ihr Vater

Im Juli 2023 erschien die Single „DMW“. Die Verse über ihren verstorbenen Vater waren der Punkt, an dem Nadja zum ersten Mal detailliert öffentlich auf Manuellsens Angriffe einging.

Ihre Antwort auf Instagram machte deutlich, dass er mit dem Track eine Grenze überschritten hatte, die sie nie selbst öffentlich gezogen hätte. Sie hatte den Tod ihres Vaters bis dahin aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Manuellsen holte ihn hinein.

Die Reaktion der deutschen Rap-Community auf den Track war gespalten. Nadjas Antwort darauf nicht.


Friede, mit einer Bedingung

Im Februar 2025 erklärte Manuellsen den Konflikt öffentlich für beendet. Auf Instagram schrieb er:

„Bernhard und Bianca haben Kheir gemacht. Alles gut, vergessen wir die Anschuldigungen und Unterstellungen. Begraben und vergessen. Kein Fitna mehr. Möge Allah mir verzeihen für alles Falsche.“

Am nächsten Morgen teilte Nadja seinen Beitrag und kommentierte, laut Raptastisch:

„Aha, wenn jetzt Frieden ist, dann sollte es kein Problem mehr sein die Gerüchte und Lügen zu revidieren….“

Sie nahm den Frieden an, bestand aber darauf, dass eine öffentliche Richtigstellung der falschen Behauptungen noch ausstand.


Juni 2025: Palla, Trennung und ein gemeinsames Video

Im Juni 2025 bestätigte Nadja in einer Instagram-Fragerunde das Ende ihrer Beziehung mit einem Mann namens Palla. Auf die direkte Frage, ob sie Single sei, antwortete sie:

„Ja (Das ist keine indirekte Botschaft für ’schreibe mir eine DM‘).“

Sie ergänzte: „Ich stelle mein Glück/meine Beziehung nicht über meine Kids. Die Konstellation sollte schon harmonisch stimmen.“

Wenige Tage später erschien Manuellsen in ihrer Instagram-Story. Beide lachten gemeinsam in einem kurzen Video. Palla kommentierte die Situation in einer eigenen Fragerunde: „Guckt bei ihr aufm Account, dann wisst ihr wieso und mit wem sie wieder ist.“

Der Hintergrund der Annäherung: Ein TikTok-Nutzer namens Coach Frankie hatte über Monate rassistische und verleumderische Inhalte über Manuellsen, Nadja und ihre gemeinsame Tochter verbreitet, wie Raptastisch berichtete. Gegen ihn laufen Ermittlungen. Der Konflikt mit diesem Troll hatte beide auf dieselbe Seite gebracht.


Juli 2025: Stalker, gestohlener Mercedes, SEK-Einsatz

Im Juli 2025 schilderte Nadja öffentlich auf Instagram, dass ihr früherer Partner die Trennung nicht akzeptiert hatte.

Er soll Manuellsens Mercedes gestohlen haben, in dem Glauben, Manuellsen sei der Grund für das Ende ihrer Beziehung. Anschließend soll er bei der Polizei behauptet haben, Manuellsen habe einen Auftragskiller auf Nadja angesetzt. Das löste einen SEK-Einsatz an Manuellsens Wohnanschrift aus.

In ihrem Statement beschrieb Nadja das Verhalten ihres Ex-Partners sachlich: Suiziddrohungen, Überwachung, emotionale Erpressung. Sie bezeichnete sein Verhalten direkt als das, was es war, ohne es dramatisch aufzuladen.


Was die öffentlichen Auftritte zeigen

Über acht Jahre hinweg ist Nadjas Name durch Ereignisse bekannt geworden, die andere in Gang gesetzt haben. Der Streit um das Musikvideo war Manuellsens Entscheidung. Die Twitch-Streams waren Manuellsens Entscheidung. Den Diss-Track hat Manuellsen veröffentlicht. Den SEK-Einsatz hat ein Stalker ausgelöst, der glaubte, Manuellsen sei das eigentliche Problem.

In all dem zeigen ihre eigenen dokumentierten Aussagen dasselbe Muster: Sie hat sich gemeldet, wenn es nötig war, und aufgehört, wenn die Antwort gegeben war.

Ihr BintFrica-Label hatte eine Zeile, die sie selbst schrieb: nicht darum geht es, welche Löwin am lautesten brüllt. Wer ihre Geschichte kennt, liest diesen Satz anders als beim ersten Mal.


Quellen: Raptastisch | laut.de | Helal Gossip

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David Frueh
David Fruehhttps://nachblick.de/
Ich bin seit mehr als zwölf Jahren Journalist. Angefangen habe ich bei lokalen Verlagen in Steinbach, wo ich gelernt habe, was sorgfältige Quellenarbeit im Alltag wirklich bedeutet. In dieser Zeit habe ich in nahezu jedem Ressort gearbeitet: Tagespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Boulevardberichterstattung über Prominente, ihre Beziehungen, ihr Leben und die Geschichten, die selten vollständig erzählt werden, aktuelle Debatten, Unterhaltung und alles, was die Menschen im deutschsprachigen Raum täglich beschäftigt. Im Mai 2026 habe ich Nach Blick gegründet, mein eigenes Nachrichtenportal, das mit einem festen Team aus Redakteuren und Rechercheteuren arbeitet. Derselbe Grundsatz gilt seit dem ersten Tag: erst recherchieren, dann veröffentlichen.

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